Therapie der Arteriosklerose: An erster Stelle steht ein gesunder Lebensstil

Ein gesunder, dynamischer Lebensstil ist der wichtigste Bestandteil der Arteriosklerose-Therapie. Fettarme und ballaststoffreiche Ernährung ist wichtig. Verzichten Sie auf das Rauchen, bewegen Sie sich oft und viel. Sie müssen nicht gleich Leistungssportler werden. Entscheidend ist, dass Sie sich häufig – möglichst täglich – bewegen.

Auf diese Weise verbessern Sie Ihre Durchblutung, sorgen für ein normales Körpergewicht sowie gesunde Blutzucker- und Blutfettwerte. Sie beugen Arteriosklerose vor oder verlangsamen ihr Fortschreiten, sofern sich bereits Gefäßschäden entwickelt haben. Außerdem sollten Sie Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen behandeln und dabei die Normwerte erreichen und einhalten.

Ab 45 Jahren ist ein Gesundheits-Check ratsam

Bei vielen Menschen liegen gleichzeitig mehrere Risiken für Arteriosklerose vor. Bluthochdruck tritt oft kombiniert mit Übergewicht, Diabetes mellitus und Störungen des Fettstoffwechsels auf. Wenn bei Ihnen also einer dieser Arteriosklerose-Risikofaktoren besteht, sollte Ihr Arzt nach weiteren Risikofaktoren suchen. Grundsätzlich empfiehlt sich ab dem 45. Lebensjahr eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker. Eine gründliche Untersuchung, auch Gesundheits-Check genannt, bezahlen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Krankenkassen.

Einen ersten Anhaltspunkt für das persönliche Arterioskleroserisiko können der Framingham-Risikokalkulator und der Procam-Rechner geben, die auf der Internetseite der International Taskforce for Prevention of Coronary Heart Disease zu finden sind (allerdings nur auf Englisch).

Medikamentöse Therapie

Auch wenn bei der Therapie der Arteriosklerose ein gesunder Lebensstil an erster Stelle steht: In schweren Fällen müssen oft zusätzlich Medikamente gegeben werden. Bereits bestehende, symptomatische Arterienverengungen oder -verschlüsse behandeln Spezialisten mit Stents oder Bypässen.

Thrombozytenaggregationshemmung: Acetylsalicylsäure
Zeigen sich im Ultraschall eindeutige Zeichen einer Arteriosklerose wie eine verdickte Gefäßwand oder Plaques, sollte der Arzt einen Thrombozyten-Aggregationshemmer verordnen – am gebräuchlichsten ist Acetylsalicylsäure (ASS). ASS verringert die Neigung der Blutplättchen, aneinander und an der Gefäßwand zu kleben. So verringert dieses Medikament die Gefahr eines Blutgerinnsels. Von einer Selbstmedikation ist allerdings dringend abzuraten, da nicht allen Patienten diese Therapie nützt. Das individuelle Nutzen-Risiko-Profil sollte immer ein Arzt erstellen.

Manchmal sind Lipidsenker notwendig

Wenn Sie unter angeborenen Fettstoffwechselstörungen leiden, sollte Ihr Arzt Sie unbedingt frühzeitig zusätzlich mit lipidsenkenden Medikamenten behandeln. Wenn bereits eine Arteriosklerose vorliegt oder es gar schon zu einem Herzinfarkt gekommen ist, sollte der international geforderte Zielwert angestrebt werden, der für das LDL-Cholesterin maximal 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beträgt. Viele Studien sprechen dafür, diesen Zielwert sogar auf 70 mg/dl zu senken. Sollte der Wert für das (gute) HDL-Cholesterin zu niedrig sein, lässt sich dies durch regelmäßigen Sport, die Senkung erhöhter Triglyzeride und gegebenenfalls auch durch die Einnahme von Nikotinsäure ändern.

Hochdrucktherapie von großer Bedeutung
Für die Therapie des Bluthochdrucks sind vor allem ACE-Hemmer hilfreich, die oft mit Diuretika kombiniert werden. Aber auch kardioselektive Betablocker sind sinnvoll, da sie durch die Senkung des Blutdrucks lebensverlängernd wirken. Außerdem werden AT1-Rezeptorblocker und Kalziumantagonisten mit gutem Erfolg eingesetzt.

Operative Eingriffe

Ein Stent hält das Gefäß offen
Ist die Arteriosklerose weiter fortgeschritten und bestehen bereits starke Verengungen von Arterien mit Durchblutungsstörungen einer Gliedmaße oder eines Organs, kann eine Angioplastie sinnvoll sein. Dabei wird während einer röntgenologischen Gefäßdarstellung, die mit Kontrastmittel durchgeführt wird, gleichzeitig die verengte Stelle mit einem Ballonkatheter geweitet. In vielen Fällen setzen die Ärzte bei dieser Gelegenheit einen Stent ein: ein kleines zylindrisches Metallnetz, das das Gefäß an der kritischen Stelle aufspannt und offen hält.
Arteriosklerose Gefäßverengung vor der Aufweitung © Malte SchröderGefäßverengung vor der Aufweitung
Arteriosklerose Gefäßverengung nach Aufweitung © Malte SchröderGefäßverengung nach der Aufweitung
Letzte Möglichkeit: ein Bypass
Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, bleibt noch die Möglichkeit einer Bypass-Operation: Statt die verengte Stelle zu weiten, legen Gefäßspezialisten eine Umgehung – entweder mithilfe körpereigener Venen oder synthetischer Gefäße. Das A und O ist jedoch sowohl nach der Angioplastie als auch nach der Bypass-Operation die Ausschaltung der Risikofaktoren. Anderenfalls sind die Gefäße nach kurzer Zeit wieder verschlossen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.07.2014
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Dr. med. Maria B. Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Dietel, N. Suttorp, M. Zeitz (Hrg.): Harrisons Innere Medizin, ABW Verlag, Berlin, 2006 (16. Auflage)
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