Arteriosklerose: häufigste Todesursache in der westlichen Welt

Arteriosklerose – diese Diagnose klingt zunächst wenig bedrohlich. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Die Gefäßverkalkung oder Atherosklerose, wie die Arteriosklerose auch genannt wird, ist eine der häufigsten Todesursachen. Fast jeder zweite Mensch in der westlichen Welt stirbt an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – und diese beruht in den allermeisten Fällen auf Arteriosklerose.

Arteriosklerose anatonische Darstellung © Thinkstock

Ursachen und Behandlung von Arteriosklerose

Die behandlungsbedürftige Arteriosklerose ist nicht Teil des normalen Alterungsprozesses. Seit mindestens 50 Jahren ist bekannt, dass diese Krankheit durch Faktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, aber auch durch eine genetische Veranlagung hervorgerufen und beschleunigt wird. Mittlerweile gibt es zwar zahlreiche Medikamente, die die Durchblutung fördern und den Blutdruck und die Blutfette senken. Die sinnvollste und wirksamste Therapie für Arteriosklerose ist jedoch nach wie vor, die Ursachen zu beseitigen, also die Risikofaktoren zu reduzieren oder besser noch auszuschalten. Das bedeutet vor allem: gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und nicht rauchen.

Wie entsteht Arteriosklerose?

Arteriosklerose bedeutet wörtlich eine Vernarbung der Arterien, der Transportwege also, die Organe und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Im Frühstadium ist Arteriosklerose heilbar
Der Entstehungsmechanismus der Arteriosklerose ist ein sehr komplexer Vorgang, an dem Gefäßwandzellen, Blutzellen und Entzündungsfaktoren beteiligt sind. Am Anfang der komplizierten Prozesse steht die Einschränkung der normalen Gefäßwandfunktion. Daraufhin kommt es zu unterschiedlichen Veränderungen an der Gefäßinnenwand, an denen unter anderem die sogenannten LDL-Lipoproteine beteiligt sind: Es lagern sich überschüssige, cholesterinhaltige Partikel in der inneren Gefäßwand der Arterien, der sogenannten Intima, ab. Diese Veränderungen bewirken wiederum entzündliche Prozesse. Die weichen Ablagerungen können sich anfangs noch zurückbilden – vorausgesetzt, die Therapie verläuft optimal und Betroffene beseitigen Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht.

Auch die Muskelschicht der Gefäßwand verdickt sich während der Entwicklung einer Arteriosklerose. Später vernarben und verhärten die Einlagerungen und können sich nicht mehr zurückbilden. Mediziner sprechen in diesem Stadium von harten Plaques oder Atheromen. Die Arterie wird enger und weniger elastisch. An den unebenen und eingeengten Stellen bilden sich Turbulenzen im Blutstrom, die die Arterienwand zusätzlich schädigen. An solchen verletzten und unebenen Stellen ist die Gefahr groß, dass die Plaque aufreißt und sich Blutgerinnsel bilden. Die Blutgerinnsel wachsen, verengen das Gefäß noch mehr und verschließen es später oft ganz. Spielt sich solch ein Verschluss in den Herzkranzgefäßen ab, kommt es zu einem Herzinfarkt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.07.2014
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Dr. med. Maria B. Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Dietel, N. Suttorp, M. Zeitz (Hrg.): Harrisons Innere Medizin, ABW Verlag, Berlin, 2006 (16. Auflage)
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