Tipps für die Angsttherapie: Worauf Sie achten sollten

Wer unter Panikattacken oder anderen, stark einschränkenden Ängsten leidet, sollte ärztliche Hilfe suchen. Manchmal ist es nicht einfach, den richtigen Arzt zu finden. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder bei der regionalen Ärztekammer nach. Auch im Internet finden Sie Ärzte mit Hilfe spezieller Suchmaschinen.

Wie Sie die richtige Therapie finden

Wenn der Arzt eine Angststörung festgestellt hat, sollten Sie einige Dinge beachten:
  • Lassen Sie sich die Diagnose genau erklären. Nur wenn Sie genau wissen, was Sie haben, können Sie sich weiterhelfen.
  • Wenn Sie an der Diagnose zweifeln, haben Sie die Möglichkeit, eine zweite Meinung einzuholen.
  • Wenn auch ein zweiter Arzt zum selben Schluss kommt, versuchen Sie die Diagnose zu akzeptieren. Ansonsten verlieren Sie wertvolle Therapiezeit.
  • Nehmen Sie Kontakt zu einer spezialisierten Einrichtung in Ihrer Nähe (zum Beispiel Verhaltensambulanz einer psychiatrischen Klinik) auf. Dort erhalten Sie Adressen und weitere wichtige Informationen.
  • Wenn der Arzt Ihnen Medikamente verschreibt, informieren Sie sich genau über deren Wirkungsweise und Nutzen. Manchmal sind Medikamente nicht zu vermeiden, aber Sie heilen die Angststörung nicht.
  • Nehmen Sie Beruhigungsmittel nie länger als drei bis vier Wochen ohne Pause ein. Sie können abhängig machen.
  • Treffen Sie sich mit Betroffenen. Kontakte zu Selbsthilfegruppen können Ihnen helfen, mit Ihrer Angst besser klar zu kommen.

Wenn klar ist, dass Sie unter einer Angststörung leiden, informieren Sie sich umfassend über Ihre Erkrankung. Nur wer viel weiß, kann sich selbst helfen. Eine Psychotherapie liefert oft nur den Rahmen für eine Angstbewältigung. Sie selbst sind gefordert, die Therapie mit Leben zu füllen und ihren ganz eigenen Umgang mit ihrer Angst zu lernen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Horst-Eberhardt Richter: Umgang mit Angst. Hoffman und Campe Verlag Hamburg, 1992
  • Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 21 Angststörungen. 2004
  • Borwin Bandelow: Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann. Rowohlt Tb. 2006
  • S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), 2014
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