Therapie: Angst und Phobie besiegen

Angst lässt sich verlernen – als gängigste Therapie hat sich in den letzten Jahren die Verhaltenstherapie etabliert. Während einer Verhaltenstherapie werden die angstauslösenden Situationen analysiert und der Patient wird angeleitet, diese Situationen auszuhalten und dann zu bewältigen.

Neben der Verhaltenstherapie werden, je nach Ausprägung und Art der Angststörung, verschiedene weitere Verfahren, wie Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Atemtherapie, Entspannungstechniken und auch Sport angewandt.

Medikamente gegen die Angst

Gegen Angststörungen werden überwiegend Antidepressiva verordnet. Dabei kommen die SSRI (Selektive-Serotonin-Rückaufnahme-Hemmer) und SNRIs (Serotonin-Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer) zur Anwendung. Diese beeinflussen den Stoffwechsel der „Glücks“- und „Gute Laune“-Hormone Serotonin und Noradrenalin. Auch die schon länger bekannten trizyklischen Antidepressiva zeigen gute Wirkungen bei Angststörungen. Benzodiazepine (eine Form von Beruhigungsmitteln) werden oft zusätzlich eingesetzt, allerdings birgt die Langzeiteinnahme das Risiko von Nebenwirkungen, wie beispielsweise einer Medikamentenabhängigkeit. Sie sollten daher nur kurzfristig und nach ärztlichem Rat eingenommen werden.

Angst und Sucht – ein Teufelskreis

Einige Angst-Patienten leiden unter mehreren Angststörungen. Oft kommen zur Angst noch Krankheiten, wie Depression, Alkoholsucht, Medikamentenabhängigkeit oder Drogenmissbrauch. Je mehr Krankheiten gleichzeitig vorliegen, desto schwieriger wird die Therapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Horst-Eberhardt Richter: Umgang mit Angst. Hoffman und Campe Verlag Hamburg, 1992
  • Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 21 Angststörungen. 2004
  • Borwin Bandelow: Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann. Rowohlt Tb. 2006
  • S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), 2014
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