Wenn der Partner krank ist – Angehörige mit Angst

Angehörige mit Angst gibt es in vielen Familien. Ob Partner, Elternteil oder Kind – der familiäre Umgang mit Angst ist schwierig. Grundsätzlich gilt: Unterstützen Sie angstkranke Angehörige, ohne sie selbst behandeln zu wollen. Manchmal erfüllt die Angst auch eine bestimmte Funktion in einer Paarbeziehung oder Familiensituation. Dann ist eine Paar- oder Familientherapie hilfreich. Sie unterstützt Paare und Angehörige, eigene Positionen zu verstehen und die der anderen zu akzeptieren.

Wenn Sie Angehörige haben, die unter Angst leiden, helfen folgende Grundsätze:

  • Akzeptieren Sie die Angst als Krankheit, ohne sich selbst davon abhängig zu machen.
  • Unterstützen Sie den Betroffenen bei der Bewältigung seine Angst und signalisieren Sie Ihre Bereitschaft zu einer gemeinsamen Therapie.
  • Angehörige mit Angst sollten Sie nicht in Ihren eigenen Aktivitäten einschränken, doch seien Sie nicht rücksichtslos.
  • Schenken Sie übermäßigem Klagen nicht zu viel Beachtung und Zuwendung, um die Angst-Symptome nicht zu verstärken.
  • Nehmen Sie Ihrem Angehörigen keine Aufgaben ab, die sie/er nicht gut selbst erledigen könnte. Unterstützen Sie jedes Bemühen um Selbstständigkeit.
  • Überlegen Sie gemeinsam, wo Ihre Unterstützung hilfreich ist und wo Sie vielleicht die Störung des Betroffenen eher verstärkt. Versuchen Sie gemeinsam zu unterscheiden zwischen Angst und Bequemlichkeit.
  • Verzichten Sie bei gemeinsamen Aktivitäten auf lange Planungszeiten. Entscheiden Sie lieber spontan, um die Erwartungsangst gering zu halten.
  • Bekommt Ihr Angehöriger in Ihrer Gegenwart eine Panikattacke, so ermutigen Sie ihn, die Situation durchzustehen und sich der Angst auszusetzen. Fahren Sie sie/ihn nicht ins Krankenhaus.
  • Bieten Sie Ablenkung an und fragen Sie nicht ständig nach dem Befinden.
  • Ermutigen Sie Ihr Familienmitglied, zu seinen Ängsten zu stehen und sich damit nicht zu verstecken. Auch Sie selbst müssen sich dafür nicht schämen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.08.2011
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Horst-Eberhardt Richter: Umgang mit Angst. Hoffman und Campe Verlag Hamburg, 1992
  • Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 21 Angststörungen. 2004
  • Borwin Bandelow: Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann. Rowohlt Tb. 2006
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