Wenn der Partner krank ist – Angehörige mit Angst
Angehörige mit Angst gibt es in vielen Familien. Ob Partner, Elternteil oder Kind – der familiäre Umgang mit Angst ist schwierig. Grundsätzlich gilt: Unterstützen Sie angstkranke Angehörige, ohne sie selbst behandeln zu wollen. Manchmal erfüllt die Angst auch eine bestimmte Funktion in einer Paarbeziehung oder Familiensituation. Dann ist eine Paar- oder Familientherapie hilfreich. Sie unterstützt Paare und Angehörige, eigene Positionen zu verstehen und die der anderen zu akzeptieren.
Wenn Sie Angehörige haben, die unter Angst leiden, helfen folgende Grundsätze:
- Akzeptieren Sie die Angst als Krankheit, ohne sich selbst davon abhängig zu machen.
- Unterstützen Sie den Betroffenen bei der Bewältigung seine Angst und signalisieren Sie Ihre Bereitschaft zu einer gemeinsamen Therapie.
- Angehörige mit Angst sollten Sie nicht in Ihren eigenen Aktivitäten einschränken, doch seien Sie nicht rücksichtslos.
- Schenken Sie übermäßigem Klagen nicht zu viel Beachtung und Zuwendung, um die Angst-Symptome nicht zu verstärken.
- Nehmen Sie Ihrem Angehörigen keine Aufgaben ab, die sie/er nicht gut selbst erledigen könnte. Unterstützen Sie jedes Bemühen um Selbstständigkeit.
- Überlegen Sie gemeinsam, wo Ihre Unterstützung hilfreich ist und wo Sie vielleicht die Störung des Betroffenen eher verstärkt. Versuchen Sie gemeinsam zu unterscheiden zwischen Angst und Bequemlichkeit.
- Verzichten Sie bei gemeinsamen Aktivitäten auf lange Planungszeiten. Entscheiden Sie lieber spontan, um die Erwartungsangst gering zu halten.
- Bekommt Ihr Angehöriger in Ihrer Gegenwart eine Panikattacke, so ermutigen Sie ihn, die Situation durchzustehen und sich der Angst auszusetzen. Fahren Sie sie/ihn nicht ins Krankenhaus.
- Bieten Sie Ablenkung an und fragen Sie nicht ständig nach dem Befinden.
- Ermutigen Sie Ihr Familienmitglied, zu seinen Ängsten zu stehen und sich damit nicht zu verstecken. Auch Sie selbst müssen sich dafür nicht schämen.





