Prognose: Was wird aus der Angst?

Angststörungen verlaufen sehr unterschiedlich. Grundsätzlich kann Angst verschwinden, besser werden, sich verlagern (aus der einen Angst wird die andere), gleich bleiben oder zunehmen.

Für jede Angsterkrankung gibt es andere Prognosen: Eine spezifische Phobie kann vergehen, wenn sie in der Kindheit erworben wurde. Beginnt sie später, bleibt sie oft bestehen. Panikattacken können phasenweise seltener oder häufiger auftreten. Die Störung als solche bleibt meist erhalten, aber in unterschiedlicher Intensität.

Chronische Angst: Agoraphobie und soziale Phobie

Agoraphobie und soziale Phobie neigen zur Chronifizierung, können aber durch rechtzeitige und gezielte Behandlung sehr gut beherrscht werden. Die generalisierte Angststörung verläuft oft chronisch, aber weniger einschränkend als die beiden vorher Genannten.

Sich die Angst zu eigen machen

Agoraphobiker leiden oft zusätzlich unter Depressionen. Menschen mit einer sozialen Phobie neigen eher zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Aber all diese Verlaufsmöglichkeiten sind reine Statistik: Wie Ihre Angst Ihr Leben bestimmt, wie Sie sie kennen lernen, sich mit ihr arrangieren, sie akzeptieren oder sie vergessen machen – es ist Ihre Angst. Werden Sie aktiv, machen Sie sich Ihre Angst „zu eigen“ und finden Sie Ihren persönlichen Weg, Ihrer Angst den nötigen Raum in Ihrem Leben zu geben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de
  • Quellen: Horst-Eberhardt Richter: Umgang mit Angst. Hoffman und Campe Verlag Hamburg, 1992
  • Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 21 Angststörungen. 2004
  • Borwin Bandelow: Das Angstbuch. Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann. Rowohlt Tb. 2006
  • S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), 2014
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