Therapie bei Altersbeschwerden: Knoblauch

Hohe Dosen frischen Knoblauchs (Allium sativum) können gefäßschützend wirken. Die Hauptwirkung wird dabei dem Alliin und den daraus entstehenden Abbauprodukten (zum Beispiel Allicin) zugeschrieben.

Während Alliin geruchsneutral ist, sind seine schwefelhaltigen Abbauprodukte für den typischen Knoblauchduft verantwortlich. Sie entstehen beispielsweise beim Pressen oder Zerschneiden der Knoblauchzwiebel.

Knoblauch ist seit Jahrhunderten als Lebensmittel, aber auch als Arzneimittel bekannt. Als Küchengewürz regt Knoblauch die Freisetzung von Verdauungssäften an. In verschiedenen Untersuchungen zeigte sich, dass frischer Knoblauch, in sehr hohen Dosen genossen,
  • die Fließeigenschaft des Blutes verbessert,
  • erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte senkt,
  • die Ablagerung von Cholesterinplaques in den Gefäßwänden bremst,
  • Einfluss auf freie Radikale (gefäß- beziehungsweise zellschädigende Substanzen) nimmt,
  • das Auflösen von Blutgerinnseln begünstigt,
  • erhöhte Blutdruckwerte leicht senkt
Eine wirksame Dosis an frischem Knoblauch muss allerdings sehr hoch sein – etwa 50 Gramm pro Tag (zirka sechs bis 30 Zehen). Die Einnahme einer solchen Menge wäre für den Anwender und die Mitmenschen kaum erträglich. Deshalb werden oft Extrakte angeboten. Diese sind allerdings hinsichtlich der aktiven Inhaltsstoffe nicht einschätzbar.  

In einigen Studien konnte eine Senkung des systolischen Blutdrucks bei Patienten mit Bluthochdruck nachgewiesen werden. Allerdings war die Datenlage bisher nicht ausreichend, um weitergehende Effekte von Knoblauch bei der Anwendung am Menschen wissenschaftlich nachzuweisen.  

Trotzdem werden immer wieder interessante Einzelbeobachtungen veröffentlicht: Bei der Überprüfung eines rund tausend Jahre alten Rezeptes zur Behandlung von Augeninfektionen (Gerstenkorn), dessen Zutaten Knoblauch, Zwiebel, Wein und Ochsengalle waren, beobachteten die Forscher eine starke antibiotische Wirkung, die sogar moderne multiresistente Keime (MRSA) abtötet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.02.2018
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de; Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin;
  • Quellen: http://www.gsaam.de/was-ist-anti-aging.html
  • Gardner, CD et al. (2007): Effect of raw garlic vs commercial garlic supplements on plasma lipid concentrations in adults with moderate hypercholesterolemia: a randomized clinical trial. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17325296?dopt=Abstract)
  • Crit Rev Food Sci Nutr. 2013;53(7):670-81. doi: 10.1080/10408398.2010.537000. Garlic in clinical practice: an evidence-based overview. Li L1, Sun T, Tian J, Yang K, Yi K, Zhang P.
  • Zhou MY1, Wu ZJ, Li WQ, Hu XP, Yan R, Ou SY, Zhou H.: A new dipeptide isolated from the bulb of garlic. J Asian Nat Prod Res. 2014;16(3):323-6. doi: 10.1080/10286020.2013.868886. Epub 2013 Dec 16.
  • Freya Harrisona, Aled E. L. Robertsa, Rebecca Gabrilskab, Kendra P. Rumbaughb, Christina Leec, Stephen P. Digglea: A 1,000-Year-Old Antimicrobial Remedy with Antistaphylococcal Activity doi: 10.1128/mBio.01129-15 11 August 2015 mBio vol. 6 no. 4 e01129-15
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