Therapie bei demenzbedingten Altersbeschwerden: Ginkgo biloba

Bei einigen demenzbedingten Altersbeschwerden kann die Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakten (Lebensbaum) helfen. Die Anwendung der Arzneipflanze hat eine lange Tradition. Sie wirkt Durchblutungsstörungen und deren Folgen entgegen. Die Gefäße werden besser mit Nährstoffen, vor allem mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig erhöht sich die Fließfähigkeit des Blutes. Insgesamt zeigen Ginkgo-Extrakte gefäßschützende Eigenschaften.

Ginkgo-Extrakte werden empfohlen bei

  • alters- oder gefäßbedingten Hirnleistungsstörungen (demenzielles Syndrom) mit Symptomen wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, schnellen Ermüdungserscheinungen, Antriebs- und Motivationsmangel, altersbedingter depressiver Verstimmung, Schwindel, Ohrensausen oder Kopfschmerzen
  • Schwindel (gefäßbedingter oder organischer Ursache)
  • Tinnitus (Ohrgeräusche – gefäßbedingter oder organischer Ursache)
Vielfach werden Extrakte aus der Ginkgo-Pflanze angeboten. Sie sollen bestimmte Neurotransmitter – also Botenstoffe des Gehirns – bilden und auch die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern. Sie werden als Antidementiva angewandt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat allerdings nur den medizinischen Zubereitungen in hohen Dosen aus Ginkgo biloba bezüglich der Aktivitätsverbesserung des täglichen Lebens bei Demenzkranken einen Nutzen bestätigt. Bei allen weiteren Anwendungen, wie beispielsweise den kognitiven, also den bewussten, intellektuellen Fähigkeiten, ergaben sich nur geringe Hinweise auf eine Wirkung.
Ginkgo-Extrakte helfen nicht bei Depressionen
Ginkgo-Extrakte eignen sich nur zur Behandlung von „altersbedingten“ depressiven Verstimmungen. Gemeint sind Gemütsschwankungen, die im Rahmen des Alterungsprozesses auftreten, keine echten Depressionen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.01.2014
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de; Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin;
  • Quellen: 1 IQWiG-Berichte - Jahr: 2008 Nr. 39 Ginkgohaltige Präparate bei Alzheimer Demenz
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