Therapie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS)

Die Therapie der ALS gestaltet sich außerordentlich schwierig. Da der Entstehungsmechanismus der Erkrankung nicht bekannt ist, gibt es zurzeit keine ursächlich wirkende Therapie, mit der sich ALS heilen ließe. Der einzige für die Behandlung der ALS zugelassene Wirkstoff ist Riluzol.

Es hat einen neuroprotektiven, also Nervenzellen und Nervengewebe schützenden Effekt. Als Nebenwirkungen sind hauptsächlich Brechreiz und Erbrechen sowie Kraftlosigkeit bekannt. Diese Beschwerden lassen allerdings oft im Laufe der Behandlung nach. Je nachdem, wie hoch die Dosis ist, können sich die Leberwerte verschlechtern. Daher verordnen Ärzte insbesondere bei Patienten mit vorgeschädigter Leber oder erhöhten Leberenzymwerten Riluzol mit Vorsicht. Auch hier wurde unter kontinuierlicher Therapie ein Absenken der Leberwerte beobachtet

Die derzeitige Studienlage widerspricht Annahmen, dass hochdosiertes Vitamin C oder Vitamin E einen therapeutischen Nutzen haben könnten. Eine Therapie mit Lithium ist seit 2008 in der Diskussion. Die derzeitige Studienlage lässt jedoch ebenfalls keine eindeutige Therapieempfehlung zu. Weitere Studien zur Therapie mit Lithium sind derzeit in Arbeit.

So bleibt zurzeit nur die symptomatische Therapie der ALS. Dabei werden die Begleiterscheinungen der Erkrankung wie beispielsweise die Verschleimung der Atemwege mit Mukolytika und Infektionen der Atemwege mit Antibiotika behandelt.

Einen wichtigen Bereich in der Therapie stellen die diversen Hilfsmittel dar, auf deren Gebiet es in den letzten Jahren große Fortschritte gegeben hat. Insbesondere durch technische Neuerungen und spezielle Software-Lösungen können ALS-Patienten heute in einem Maß kommunizieren und mobil sein, wie es noch vor kurzem undenkbar war.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.01.2014
  • Autor/in: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Amyotrophe Lateralsklerose, Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 4. überarbeitete Auflage, ISBN 978-3-13-132414-6; Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Ein Ratgeber für Betroffene und Pflegende atman - Netzwerk für Beatmungspflege e. V., März 2011
  • Kollewe, K, Andersen PM, Borasio GD et al.: Klinische Leitlinien zur Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose. Nervenheilkunde 4/2008
  • Rosseau, Simone, Charité Zentrum für außerklinische Beatmung und Sauerstofftherapie (CABS): Beatmungstherapie. Vortrag am ALS-Tag in der Charité – Universitätsmedizin Berlin, 19.3.2011
  • http://www.als-charite.de/VM/DieALS/Behandlung/NeuroprotektiveTherapie/tabid/230/Default.aspx
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