Komplikationen bei ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)
ALS ist gekennzeichnet vom fortschreitenden Verlust der motorischen Fähigkeiten. Auch die Lähmung der Gesichtsmuskulatur kann zum Krankheitsbild der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) gehören. Die für den Schluckvorgang benötigte Muskulatur ist bei der Krankheit häufig schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt geschwächt. Dem Patienten läuft Speichel aus dem Mund. Mit Medikamenten wird versucht, diesen psychisch als sehr unangenehm empfundenen Zustand zu verbessern. Informationen zur Behandlung finden Sie im Kapitel Therapie.
Schluckstörungen bei ALS
Bei der ALS treten häufig Schluckstörungen auf. Die Nerven, die die Muskulatur für den Schluckakt steuern, liegen im verlängerten Mark des Gehirns. ALS-Patienten sind besonders gefährdet, wenn sie sich verschlucken: Speichel und Speisereste können in die Luftröhre und die Bronchien gelangen und aufgrund nicht ausreichenden Hustens nicht einfach wieder hinausbefördert werden wie bei Gesunden. Wenn das Schlucken zunehmend beeinträchtigt ist oder unmöglich wird, können sich akut bedrohliche Situationen für ALS-Patienten ergeben: akute Atemnot, eine Reizung der Bronchien oder sogar eine Lungenentzündung können die Folge sein. Da die Patienten nicht ausreichend abhusten können, benötigen sie schnelle Hilfe.
Beeinträchtigung der Atmung
Im Laufe der Erkrankung tritt eine Beeinträchtigung der Atmung durch Schwächung der Atemmuskulatur auf. Das Zwerchfell, der wichtigste Muskel für die Atmung, wird bei ALS in seiner Funktion beeinträchtigt. Infekte können schnell sehr bedrohlich werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist es vielen Patienten gar nicht mehr möglich, selbständig zu atmen. Stattdessen muss eine Beatmungsmaschine dies übernehmen. Für die Heimbeatmung gibt es ausgebildete Spezialisten, die über die ALS-Ambulanzen oder die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke erfragt werden können.





