Allergische Bindehautentzündung: Therapie

Wenn eine allergische Reaktion wie die allergische Bindehautentzündung (allergische Konjunktivitis) zum ersten Mal auftritt, sollte ein Arzt hinzugezogen werden, denn er kann eine geeignete Therapie verschreiben.

Frau mit allergischer Bindehautentzündung © iStock/vitapublic GmbH
Ist die Diagnose sicher und das Allergen bekannt, ist die beste Therapie, die allergieauslösende Substanz zu meiden. Doch nicht immer ist eine sogenannte Allergenkarenz möglich. Dann können Medikamente die Beschwerden lindern. Augentropfen wirken schnell und direkt. Medikamente zum Einnehmen werden bei stärkeren Beschwerden eingesetzt.

Verschiedene Wirkweisen

Gefäßaktive Augentropfen ziehen die erweiterten Blutgefäße zusammen. Sie eignen sich jedoch nur zum kurzfristigen Gebrauch und sollten nicht länger als fünf Tage angewandt werden.

Augentropfen mit Cromoglicinsäure verhindern, dass Histamin und andere entzündungsfördernde Überträgerstoffe aus den Mastzellen freigesetzt werden. Dadurch bleiben die typischen allergischen Beschwerden aus. Cromoglicinsäure kann jedoch nur wirken, wenn sie regelmäßig und vorbeugend angewandt wird. Als Akuttherapie gegen allergische Bindehautentzündung ist sie wirkungslos.

Antihistaminika können bei der Therapie einer allergischen Bindehautentzündung als Augentropfen, Tabletten, Kapseln, Saft und Tropfen verabreicht werden. Augentropfen haben den Vorteil, dass sie schnell und direkt am Auge wirken. Sie hemmen die durch die Allergie freigesetzten Botenstoffe (unter anderem Histamin). Bei starken Beschwerden können Antihistaminika zusätzlich in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen werden. Diese gelangen dann über den Blutkreislauf an den Ort des Geschehens.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Allgemeine Hinweise dazu finden Sie im Beipackzettel.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • die Beschwerden stärker sind als gewohnt
  • neben der allergischen Bindehautentzündung neue Beschwerden hinzukommen – beispielsweise Atemnot oder Kreislaufbeschwerden
  • Sie auf weitere Stoffe reagieren, die Sie vorher vertragen haben
  • die bisherige Behandlung nicht anschlägt
  • Sie mit Fieber reagieren

Heilung durch spezielle Immuntherapie

Zur langfristigen Besserung oder sogar Heilung der Allergie empfiehlt sich die sogenannte spezielle Immuntherapie – auch Hyposensibilisierung genannt. Bei der speziellen Immuntherapie wird das Allergen über einen bestimmten Zeitraum hinweg regelmäßig unter die Haut gespritzt, um das Immunsystem daran zu gewöhnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2017
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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