Stadien: normaler Alkoholkonsum oder schon süchtig?

Eine Sucht nach Alkohol entwickelt sich nicht abrupt, sondern schleichend. Dabei kommt es durch den Alkoholgenuss je nach Dauer und Menge des Konsums zu Schäden – sowohl der Organe als auch der Psyche.

Doch wann ist Alkoholkonsum noch normal, wann riskant und wann besteht eine Abhängigkeit? Wie viel Alkohol darf ich trinken? Man unterscheidet hier unterschiedliche Alkoholkonsumklassen. Bitte beachten Sie: Die folgenden Werte gelten nur für gesunde Erwachsene, nicht für Kinder, Jugendliche oder Schwangere.

Risikoarmer Alkoholkonsum

Ein risikoarmer Konsum liegt vor, wenn Männer täglich bis zu 24 Gramm reinen Alkohol – das entspricht etwa zwei kleinen Gläsern Bier – und Frauen täglich bis zu zwölf Gramm reinen Alkohol, also etwa ein kleines Glas Bier, trinken. Hierbei ist zu sagen: Ganz risikofrei ist es nie, wenn man Alkohol zu sich nimmt.

Riskanter Alkoholkonsum

Bei täglich mehr als zwölf Gramm reinem Alkohol bei Frauen und mehr als 24 Gramm bei Männern steigt das Risiko für Schäden an. Man spricht dann von einem „riskanten Alkoholkonsum“.

Rauschtrinken (Binge Drinking)

Rauschtrinker sind Männer, die fünf oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit zu sich nehmen – bei Frauen sind es vier Getränke. Dabei entspricht ein Getränk etwa einem Glas Bier mit 0,3 Litern, einem Glas Wein mit 0,1 Liter oder einem Gläschen Schnaps oder Likör. Das Rauschtrinken – sogenanntes Binge Drinking – wird als risikoreiche Konsumform angesehen.

Schädlicher Alkoholkonsum

Schädlicher Alkoholkonsum liegt vor, wenn es bereits zu psychischen oder physischen Folgeerkrankungen gekommen ist. Von einer akuten Alkoholvergiftung (akute Intoxikation) spricht man, wenn es zu Bewusstseinsstörungen und Verhaltensänderungen kommt.

Wann spricht man von Alkoholabhängigkeit?

Um von Alkoholsucht beziehungsweise Alkoholabhängigkeit zu sprechen, müssen im vergangenen Jahr mindestens drei der folgenden Faktoren aufgetreten sein:
  • zwanghaftes Verlangen nach Alkohol
  • Kontrollschwierigkeiten beim Alkoholkonsum
  • Alkoholentzugssymptome
  • Toleranzentwicklung
  • Interessenverlust an anderen Dingen des täglichen Lebens
  • körperliche und seelische Veränderungen und Schäden
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2015
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Wissenschaftliches Kuratorium der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen: Alkoholabhängigkeit, Suchtmedizinische Reihe, Band 1
  • Laux, Gerd / Möller, Hans-Jürgen (2011): Psychiatrie und Psychotherapie
  • Arolt, Volker et al. (2011): Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie
  • Schiller, Gerald (2007): Psychiatrie
  • Paulitsch, Klaus / Karwautz, Andreas (2008): Grundlagen der Psychiatrie
  • Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen (http://www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/leitlilnien/AWMF_76-001_S3_Leitlinie_Alkohol.pdf)
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