Folgeerkrankungen der Alkoholsucht

Durch Alkoholsucht (Alkoholabhängigkeit) kann eine Vielzahl von Folgeerkrankungen auftreten. Hierbei ist zwischen kurzfristigen und langfristigen Folgen zu unterscheiden. Eine der bekanntesten kurzfristigen Folgen ist wohl die akute Alkoholintoxikation, auch als „Rausch“ bezeichnet.

Unmittelbare Folgen: Entzugssyndrom und Alkoholdelir

Wenn ein Mensch mit Alkoholsucht entweder gewollt oder ungewollt auf Alkohol verzichtet, kommt es zum sogenannten Entzugssyndrom (Prädelir). Es zeigt sich durch charakteristische Entzugserscheinungen wie zum Beispiel Brechreiz, Durchfall, Bluthochdruck, erhöhter Schweißneigung, Schlafstörungen, Zittern (Tremor), Krampfanfällen, innere Unruhe, Schreckhaftigkeit und Wahrnehmungsstörungen. Meist klingt das Entzugssyndrom nach drei bis sieben Tagen wieder ab.

Bei manchen Alkoholabhängigen kommt es jedoch zu einem sogenannten Alkoholdelir (Delirium tremens), das einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt. Dabei zeigen sich die gleichen Symptome wie beim Entzugssyndrom, jedoch in der Regel in stärkerer Ausprägung. Hinzu kommen Desorientiertheit, Bewusstseinsstörungen sowie optische Halluzinationen, bei denen der Betroffene zum Beispiel kleine Tiere wahrnimmt. Bei einem solchen Delir muss der Patient unbedingt ins Krankhaus eingewiesen werden.

Neben diesen eher kurzfristigen Folgen der Alkoholsucht kann es bei den Betroffenen auch zu vielen langfristigen Folgeerkrankungen kommen.

Langfristige Folgeerkrankungen der Alkoholsucht:

Diese Erkrankungen gehören zu den bekanntesten Folgeerkrankungen der Alkoholsucht. Insgesamt kann Alkohol jedoch ungefähr 60 verschiedene Krankheiten verursachen.

Soziale Folgen der Alkoholsucht

Alkoholsucht kann nicht nur körperliche Folgen für den Abhängigen haben, sondern auch soziale: Häufig entstehen durch die Alkoholabhängigkeit Probleme in der Familie und am Arbeitsplatz (Leistungsabfall, zunehmende Fehlzeiten bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes). Auch Freunde und Bekannte können sich vom Betroffenen abwenden. Es kommt oft zu Konflikten. Durch Trunkenheitsfahrten passiert es auch häufig, dass Alkoholsüchtige den Führerschein verlieren.

Alkohol in der Schwangerschaft kann das Kind schädigen

Wichtig ist auch die Tatsache, dass Alkohol nicht nur den Betroffenen selbst schädigen kann. Wenn die werdende Mutter in der Schwangerschaft Alkohol trinkt, kann auch das ungeborene Kind schwerste Schäden erleiden – sowohl körperlich als auch geistig. Dafür genügen bereits kleine Mengen. Denn der Alkohol gelangt über den Mutterkuchen (Plazenta) direkt in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Im schlimmsten Fall tritt das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom auf: Dabei kommt es nicht nur zu körperlichen Schäden, sondern auch zu bleibenden Entwicklungs- und Verhaltensstörungen. Übrigens: Auch in der Stillzeit kann Alkohol negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.02.2015
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Informationen zum Thema: Alkoholkonsum und Gesundheit
  • Gastpar, Markus et al.: Psychiatrie und Psychotherapie
  • Paulitsch, Klaus / Karwautz, Andreas (2008): Grundlagen der Psychiatrie
  • Arolt, Volker et al. (2011): Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Alkohol (http://www.dhs.de/suchtstoffe-verhalten/alkohol.html)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Alkohol? Kenn dein Limit: Alkohol-Bodymap (http://www.kenn-dein-limit.de/?id=bodymap)
  • Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen (http://www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/leitlilnien/AWMF_76-001_S3_Leitlinie_Alkohol.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung