Therapie beim akuten Schiefhals

Die Schmerzen beim akuten Schiefhals (Torticollis acutus) sind heftig und bedürfen einer raschen Therapie. Allerdings braucht man bei der Behandlung nicht gleich stärkste Medikamente einzusetzen, da die Blockade mit der Zeit von selbst verschwindet.

Manuelle Therapie und Chirotherapie bei akutem Schiefhals

Manchmal ist es nach Abklingen der stärksten Beschwerden nötig, durch die Therapie die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wiederherzustellen. Physiotherapeuten, Ärzte für Chirotherapie oder Manuelle Medizin können die Halswirbelsäule durch spezielle Griff-und Dehnungstechniken bewegen und so durch die Behandlung Blockaden der Wirbelgelenke lösen. Eine solche Therapie sollte jedoch nur von erfahrenen Therapeuten vorgenommen und mit großer Vorsicht ausgeführt werden. Keinesfalls sollten Bewegungen erzwungen werden.

Krampflösende Quaddel- oder Infiltrationsbehandlung

Sind einzelne Muskelstränge besonders schmerzhaft und extrem verhärtet, dann kann die Behandlung der Verkrampfung mit einem örtlichen Betäubungsmittel erfolgen. Das Medikament wird durch mehrere Einstiche mit einer sehr feinen Nadel in die Muskulatur oder in die Haut gespritzt. Beim Spritzen in die Haut spricht man vom Setzen einer Quaddel. Wenn die Nadel richtig platziert wurde, erscheint das kleine Areal, in dem sich die Flüssigkeit ausgebreitet hat, leicht weißlich. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Lösung bei der Behandlung des akuten Schiefhalses in den Muskel zu spritzen, bevorzugt in besonders verhärtete Stellen, die häufig sogenannten Triggerpunkten entsprechen. Allerdings beruht die Wirkung der Therapie nicht auf der direkten Schmerzlinderung, als vielmehr der Herabsetzung der Muskelspannung.

Sofern der akute Schiefhals über mehrere Tage anhält, lässt sich diese Quaddel-oder Infiltrationsbehandlung wiederholen. Da die Nadel für die Therapie extrem dünn ist, bereiten die Spritzen kaum Schmerzen. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Im Anschluss an die Behandlung legen einige Ärzte einen Watteverband an.

Behandlung des akuten Schiefhalses mit Watteverband

Dazu nimmt man etwa 60 Zentimeter einer handelsüblichen Verbandwatte, legt sie um die Halswirbelsäule und wickelt ganz locker eine Mullbinde darüber. Der Verband ist für den Patienten mit akutem Schiefhals sehr angenehm. Er wärmt und verbessert somit die Durchblutung der Muskulatur.

Wenn die Nachtruhe durch den akuten Schiefhals gestört ist, verordnen die meisten Ärzte ein leichtes, schmerzlinderndes Medikament, beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen, und kombinieren es mit einem krampflösenden Präparat. Da die Medikamente nur einige Male eingenommen werden müssen, bestehen dagegen keine Bedenken. Am folgenden Tag geht es dem Patienten meist schon wieder besser. Zwar ist der akute Schiefhals noch nicht völlig verschwunden, aber der Kopf kann besser gedreht werden. Zwei oder drei Tage später ist die Wirbelsäule wieder frei beweglich. Sofern keine zusätzlichen krankhaften Veränderungen vorliegen, ist keine weitere Therapie nötig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.06.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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