Medikamente bei akuter Bronchitis: Hustenblocker und Hustenlöser

Reichen Hausmittel und Inhalation nicht aus, um die Symptome der akuten Bronchitis zu lindern, können – je nach Art des Hustens – Hustenblocker oder Hustenlöser helfen.

Hustenblocker für eine ruhige Nacht

Gerade nachts kann ein trockener, quälender Husten sehr unangenehm sein. In dieser Situation – oder allgemein bei sehr starkem quälendem Husten – können Hustenblocker (Antitussiva) wie Codein helfen. Sie dämpfen das Hustenzentrum im Gehirn und können so den Hustenreiz unterdrücken. Sie sollten Hustenblocker jedoch nicht länger als eine Woche einnehmen und auch nur solange der Husten noch trocken ist.

Hustenlöser können Reinigung der Atemwege beschleunigen

Bei einer akuten Bronchitis mit produktivem Husten können sogenannte Sekretolytika (auch Mukolytika genannt) wie Ambroxol oder Acetylcystein den Schleim verflüssigen – so kann er besser abgehustet werden. Zusätzlich fördern sogenannte Sekretomotorika den Abtransport des Schleims. Hierzu gehören zum Beispiel Präparate mit den pflanzlichen Kombinationen Thymian plus Efeu und Thymian plus Primel, deren Wirksamkeit in Studien an Patienten mit akuter Bronchitis und produktivem Husten nachgewiesen wurde. Die Pflanzenextrakte regulieren die Überproduktion von zähem, festsitzendem Schleim bei akuter Bronchitis und normalisieren die Sekretproduktion.

Auch Myrtol und Cineol können bei einer akuten Bronchitis helfen. So soll der Naturstoff Cineol Bakterien effektiv abtöten, die Sekundärinfektionen auslösen können. Bei einer Sekundärinfektion zieht sich der Patient zusätzlich zur Virusinfektion noch eine bakterielle Infektion zu.

Alle Expektorantien (Hustenlöser) sollten in der Regel nur als Tabletten eingenommen werden, da eine Inhalation dieser Medikamente zu Reizungen der Schleimhäute führen kann. Inhalationen können mit Wasser oder Koch- oder Meersalzlösungen durchgeführt werden.
Bitte beachten Sie:
Hustenlöser sollten Sie nie in Kombination mit Hustenblockern einnehmen. Denn sonst besteht bei unterdrücktem Hustenreiz die Gefahr, dass der gelöste Schleim nicht abgehustet werden kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.01.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Berufsverband der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Bronchitis, akut
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (2010): Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten
  • Ärztezeitung.de: Gute Daten zu Myrtol bei Sinusitis und Bronchitis (14.10.2010)
  • Ärztezeitung.de: Mit Phytopharmakon lässt sich zäher Schleim besser abhusten (20.12.2010)
  • Ärztezeitung.de: Cineol bekämpft Bronchitis und Sinusitis (05.12.2011)
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Leitlinie Husten (http://www.dgi-net.de/files/Leitlinien/Langfassung_Leitlinie_Husten_20140323.pdf)
  • Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Universität Bochum: Akute Bronchitis (http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e3862/e4039/e4115/e4154/index_ger.html)
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