Akute Bronchitis bei Kindern

Die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Krankheiten im Kindesalter. Viele Kleinkinder und Schulkinder erkranken sogar mehrmals im Jahr daran – insbesondere beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule.

Wie bei Erwachsenen wird auch bei Kindern eine akute Bronchitis in über 90 Prozent der Fälle durch eine Infektion mit Viren verursacht. Meist sind es Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren), Parainfluenzaviren, Rhinoviren, Adenoviren, Coxsackieviren oder Echoviren. Außerdem folgt in fünf bis zehn Prozent der Fälle auf eine virale Bronchitis eine zusätzliche Infektion mit Bakterien – eine sogenannte bakterielle Superinfektion.

Eher selten handelt es sich um eine rein bakterielle, das heißt eitrige Bronchitis, die durch eine Infektion mit Bakterien wie Pneumokokken, Staphylokokken, Streptococcus pneumoniae, Moxarella catarrhalis oder Haemophilus influenzae entsteht. Auch Mykoplasmen und Chlamydien können die Ursache für eine akute Bronchitis sein.

Häufig tritt eine akute Bronchitis bei nicht geimpften Kindern auch in Kombination mit Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder Keuchhusten auf. Ein weiterer Auslöser für die Erkrankung der unteren Atemwege kann das Einatmen von giftigen Gasen oder Rauch sein.

Symptome der akuten Bronchitis bei Kindern

Zu Beginn äußert sich die akute Bronchitis bei Kindern in Form von trockenem, schmerzhaftem Husten, der sich nach etwa drei Tagen lockert (produktiver Husten). Vor allem bei einer akuten Bronchitis, die durch Mykoplasmen, Chlamydien oder Keuchhusten ausgelöst wurde, kann der Husten auch anfallartig sein. Zusätzlich zum charakteristischen Husten zeigen sich Symptome einer allgemeinen Virusinfektion wie leichtes Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Schluckschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Häufig ist auch ein Pfeifen oder Rasseln zu hören, wenn das Kind atmet. Normalerweise dauert die akute Bronchitis etwa sieben bis 14 Tage.

Da die Atemorgane von Säuglingen und Kleinkindern sehr filigran und noch nicht ganz ausgereift sind, geht eine akute Bronchitis in diesem Alter durch das Anschwellen der Bronchialschleimhaut häufig mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege einher. Zusätzlich kann sich die Muskulatur der Bronchien verkrampfen (obstruktive oder spastische Bronchitis). Durch die Verengung der Atemwege können die Kinder an starker Atemnot leiden.

Diagnose einer akuten Bronchitis bei Kindern

Meist kann der Arzt bereits durch Abhören des Brustkorbs und anhand der Symptome sowie einer Befragung der Eltern die Diagnose „akute Bronchitis“ stellen. Zusätzlich wird er abklären, ob das Kind einen Fremdkörper eingeatmet hat und dieser für die Symptome verantwortlich ist. Besteht der Verdacht, ist gegebenenfalls eine Röntgenuntersuchung notwendig.

Therapie einer akuten Bronchitis bei Kindern

Im Normalfall heilt die akute Bronchitis ohne Komplikationen von selbst aus. Ziel der Therapie ist also lediglich, die Symptome zu lindern. Das Kind sollte in jedem Fall ausreichend trinken. Leidet es an starkem Reizhusten, kann zum Beispiel eine Inhalation mit Wasserdampf oder Kochsalzlösung helfen. Auf jeden Fall sollte dabei jedoch auf Zusätze aus Pfefferminze und Eukalyptus verzichtet werden, denn sie können bei Kindern zu Atemnot führen.

Wenn der Husten sehr schmerzhaft für Ihr Kind ist und nachts seinen Schlaf stört, können Sie ihm kurzzeitig – beziehungsweise in der Nacht – hustenstillende Medikamente geben. Bei einer viralen Bronchitis sollten keine Antibiotika verabreicht werden, denn diese Medikamente sind gegen Viren unwirksam. Stellt der Arzt jedoch eine bakterielle Superinfektion fest, kann er gezielt Antibiotika dagegen einsetzen.

Akuter Bronchitis bei Kindern vorbeugen

Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, die Eltern treffen können. So sollten sie zum Beispiel dafür sorgen, dass die Räume, in denen sich das Kind aufhält, möglichst nicht überheizt werden und eine angenehme Feuchtigkeit vorhanden ist. Diese kann zum Beispiel durch feuchte Tücher über dem Heizkörper und regelmäßiges Stoßlüften erreicht werden.

Für besonders infektanfällige Kinder werden Kuraufenthalte am Meer empfohlen, da dort ein salzhaltiges, schleimlösendes Klima herrscht. Das Einatmen der Meerluft sorgt für eine stärkere Durchblutung der Schleimhäute. Unterstützend können Sie Ihr Kind auch Meerwasserinhalationen machen lassen. Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Kost tun ihr übriges.

Eltern sollten auch unbedingt darauf achten, ihr Kind keinem Tabakrauch auszusetzen, um einer erneuten Reizung der Atemwege vorzubeugen. Außerdem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Säuglinge ab dem zweiten Lebensmonat eine Schutzimpfung gegen Pneumokokken. In manchen Fällen sollte zudem über eine Influenzaimpfung nachgedacht werden, die jährlich erneuert werden muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.01.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Berufsverband der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Bronchitis, akut
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (www.kinderaerzte-im-netz.de): Bronchitis
  • Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München: Akute und chronische Bronchitis
  • Speer, Christian / Gahr, Manfred (2009): Pädiatrie
  • Reinhardt, Dietrich (2007): Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter
  • Lentze, Michael et al. (2007): Pädiatrie: Grundlagen und Praxis
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Leitlinie Husten (http://www.dgi-net.de/files/Leitlinien/Langfassung_Leitlinie_Husten_20140323.pdf)
  • Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der Universität Bochum: Akute Bronchitis (http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e3862/e4039/e4115/e4154/index_ger.html)
  • Robert Koch-Institut: Impfkalender aus dem Epidemiologischen Bulletin 34/2014 (http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Aktuelles/Impfkalender.pdf?__blob=publicationFile)
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