Akne: Ursachen und Risikofaktoren

Als Ursache wird ein sogenanntes multifaktorielles Geschehen mit genetischer Veranlagung angenommen. Bei der Entstehung der Akne sind also mehrere Mechanismen im Spiel: eine Verhornungsstörung, eine vermehrte Talgdrüsenaktivität, außerdem entzündet sich der Bereich, der die Talgdrüsen umgibt, leichter.

Verstopfte Poren treten bevorzugt da auf, wo in der Haut besonders viele Talgdrüsen sitzen: im Gesicht, im Nacken, auf der Brust und dem Rücken. Wenn der Ausführungsgang der Poren durch zu starke Verhornung regelrecht verschlossen wird, beginnt sich der Talg in der Drüse zu stauen. Auf der Haut zeigt sich als kleine Erhebung ein Mitesser.
Mitesser sind kleine weiße oder schwarze Pünktchen oder Knötchen – je nachdem, ob sie bereits mit Sauerstoff in Berührung gekommen sind oder nicht. Unsauberkeit und mangelnde Hygiene sind keine Ursachen für das Auftreten von Mitessern (Komedonen).

Dies bedeutet aber umgekehrt: Durch übertriebene Hygiene und scharfe Seifen kann man den „Blackheads“ nicht zuvorkommen. Sie sind zwar unerfreulich und lästig, gelten aber – je nach Expertenmeinung – entweder noch nicht als Akne oder nur als leichte Akne.

Entzündung durch Fettsäuren und Bakterien

Fettsäuren, die im Mitesser (Komedo) vorkommen, lösen einen starken Reiz auf die Zellen aus, was zu einer entzündlichen Reaktion führt. Wenn die verstopften Talgdrüsen anfangen, sich zu entzünden, bilden sich Aknepusteln.

Diese Pusteln heilen oft ab, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Unter bestimmten Bedingungen wird aber das umgebende Gewebe mit infiziert – dann kann es zur Narbenbildung kommen. Gelangen zusätzlich Bakterien – meist Propionibacterium acnes – in die Talgdrüse, kommt es zu einer Entzündung mit Eiterbildung, weil dies die Fettsäurebildung noch verstärkt. Der Eiter ist zur Hautoberfläche hin nur mit einer hauchdünnen Membran überzogen. Schließlich ist es nur eine Frage des Drucks, bis diese Membran platzt. Außerdem ist nun auch die Bildung eitriger Abszesse möglich.

Warum Männer häufiger Akne haben

Ursache für Akne ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: erbliche Veranlagung, zu starke Talgproduktion, Bakterienbesiedlung, Störungen der Hautverhornung, eine Immunreaktion auf Entzündungsreize – und in vielen Fällen eine überschießende Produktion von Testosteron, das die Talgproduktion anregt. Das männliche Geschlechtshormon wird zwar auch in den Eierstöcken der Frau gebildet, damit ihr hormoneller Regelkreislauf im Gleichgewicht bleibt – jedoch nur in kleineren Mengen. Bei Männern ist der Testosteronspiegel sehr viel höher, weshalb sie einen höheren Risikofaktor und öfter mit Akne zu kämpfen haben als Frauen.

Gesteigerte Talkproduktion

Jeder Haarbalg in der Haut ist von einer Talgdrüse umgeben. Bei der Entstehung von Akne ist immer eine solche Talgdrüse im Zentrum des Geschehens: Unter dem Einfluss von Testosteron kommt es zu einer Steigerung der Talgproduktion, was an der glänzenden Haut vieler junger Menschen in der Pubertät oft deutlich sichtbar ist. Auch die Haare werden bei gesteigerter Talgproduktion viel schneller fettig. Wenn die Talgdrüsen verstopfen und sich entzünden, liegt eine gewöhnliche Akne vor, die Acne vulgaris, unter der so viele Teenager leiden.

Mythen und Vorurteile: Schokolade und zu wenig Sex als Ursache

Dass zu viel Schokolade und zu wenig Sex Ursachen für Akne sind, ist natürlich Unsinn. Sie entsteht auch nicht aufgrund mangelnder Hygiene. Meist ist sogar eher das Gegenteil der Fall, dann nämlich, wenn die Betroffenen es mit der Gesichtsreinigung übertreiben: Dies führt dazu, dass der Säureschutzmantel der Haut zerstört wird und Bakterien sozusagen „freien Eintritt“ haben.

Das Gerücht, dass es einen Zusammenhang zwischen Sexualität und Akne gibt, entbehrt jeder Grundlage. Vielleicht kann es sich aber deshalb so hartnäckig halten, weil die häufigste Form der Akne, die Acne vulgaris, im Allgemeinen um die Pubertät herum einsetzt und in diese Zeit eben auch die Geschlechtsreifung fällt.

Akne entsteht auch nicht, weil man bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgt (Nahrungsmittelintoleranz) oder allergisch auf sie reagiert (Nahrungsmittelallergie). Neuere Studien konnten zeigen, dass eine Ernährung mit niedrigem glykämischem Index (also kohlenhydratarm, eiweißreich, wenig gesättigte Fettsäuren) die Hauterscheinungen bei Akne bessern kann. Dass Schokolade eine Ursache für Akne ist, konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.07.2013
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
  • Abeck, Dietrich (2011): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie
  • Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2010): Behandlung der Akne
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