Therapie der Akne: Isotretinoin

Bei sehr schweren Fällen von Akne, die sich durch andere Therapien nicht mildern lässt, kann Isotretinoin zum Einsatz kommen, ein entfernter Verwandter der Vitamin-A-Säure.

Es wird dann nicht mehr nur lokal angewendet, wie die Retinoide, sondern systemisch, beispielsweise als Tablette, und verteilt sich so im gesamten Organismus. So eingesetzt ist Isotretinoin die einzige Substanz, die auf alle akneauslösenden Faktoren wie Talgproduktion, Verhornungsstörung und Entzündungsreaktion wirkt.

Isotretinoin hat starke Nebenwirkungen

Sehr wirksame Medikamente haben oft entsprechend starke Nebenwirkungen. So auch Isotretinoin: Bei der Anwendung kann es zu Überreaktionen der Haut, Haarausfall, Nasenbluten und Gelenkschmerzen kommen. Leberfunktionsstörungen sind möglich, deshalb sind bei einer Therapie der Akne mit diesem Wirkstoff regelmäßige Kontrollen der Leberwerte nötig. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten nicht mit Isotretinoin behandelt werden.  

Die schwerwiegendste Nebenwirkung ist aber: Isotretinoin gilt als teratogen, das heißt, es kann Schäden und Fehlbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen. Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter sollten  auf eine sichere Verhütung achten oder auf die Einnahme von Isotretinoin verzichten. In der Schwangerschaft und der Stillzeit darf Isotretinoin nicht eingesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.07.2013
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Abeck, Dietrich (2011): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie
  • Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2010): Behandlung der Akne