Therapie bei Akne: Antibiotika

Wenn Bakterien im Spiel sind, kann eine Therapie mit Antibiotika helfen. Äußerlich – als Creme oder Gel angewendet – wirken die Medikamente antibakteriell und gegen Entzündungen. Als Tabletten eingenommen, werden sie über das Blut zu den Entzündungsherden transportiert und bekämpfen dort die Bakterien.

Bei Akne ist die Einnahme von Antibiotika umstritten. Denn Antibiotika begünstigen die Resistenzbildung – Bakterien werden dann „immun“ gegen ihre Wirkung. Außerdem töten sie die Bakterien in der Regel nicht ab, sondern hemmen nur ihr Wachstum. Nach Absetzen der Medikamente können sich die Bakterienstämme wieder erholen und die Akne wird wieder schlimmer. Antibiotika können außerdem eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut verursachen, die Darmflora (vorübergehend) schädigen und dann zu Verdauungsproblemen und Pilzbefall führen.

Regeln für die Einnahme von Antibiotika beachten

Aus diesen Gründen wird oft empfohlen, Antibiotika bei der Therapie von Akne mit Bedacht und – vor allem bei starken Akneschüben – kombiniert mit einem Schälpräparat einzusetzen. Gerade wenn Eiterpickeln auch mit konsequenter Hautpflege nicht beizukommen ist, kann sich ein Versuch mit Antibiotika wie beispielsweise Minocyclin, Doxycyclin, Erythromycin oder Clindamycin auszahlen. Immer gilt: Antibiotika vorschriftsmäßig und nicht kürzer oder länger als nötig anwenden, dann ist die Gefahr einer Resistenzbildung auch geringer.

Manche Antibiotika reduzieren den Empfängnisschutz durch die Pille. Frauen, die die Antibabypille nehmen, sollten sicherheitshalber zusätzlich mit anderen Mitteln verhüten, wenn sie ein Antibiotikum einnehmen – zum Beispiel mit Kondomen. Wichtig ist auch, dass Sie vor der Anwendung die Gegenanzeigen beachten und Ihren Hautarzt über eventuelle Leber- und Nierenfunktionsstörungen oder eine Schwangerschaft informieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.02.2017
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Abeck, Dietrich (2011): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie
  • http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-017l_S2k_Behandlung_der_Akne_2011-abgelaufen.pdf