Therapie bei Akne: Antibiotika

Wenn Bakterien im Spiel sind, wird meist eine Therapie mit Antibiotika erwogen. Sie gelangen über das Blut zu den Entzündungsherden, reichern sich an und wirken dort auf die Mikroorganismen.

Außerdem sollen manche auch einen leichten antikomedogenen Effekt haben. Bei Akne ist ihre Gabe jedoch durchaus umstritten. Denn Antibiotika begünstigen die Resistenzbildung – Bakterien werden dann „immun“ gegen ihre Wirkung. Zudem töten sie die Bakterien in der Regel nicht ab, sondern hemmen nur ihr Wachstum. Nach Absetzen der Medikamente können sich die Bakterienstämme wieder erholen und die Akne wird wieder schlimmer. Antibiotika können außerdem eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut verursachen, die Darmflora (vorübergehend) schädigen und dann zu Verdauungsproblemen und Pilzbefall führen.

Regeln für die Einnahme von Antibiotika beachten

Aus diesen Gründen wird oft empfohlen, Antibiotika bei der Therapie von Akne mit Bedacht und – vor allem bei starken Akneschüben – kombiniert mit einem Schälpräparat einzusetzen. Gerade wenn Eiterpickeln auch mit konsequenter Hautpflege nicht beizukommen ist, kann sich ein Versuch mit Antibiotika wie beispielsweise Minocyclin, Doxycyclin, Erythromycin oder Clindamycin trotzdem auszahlen. Immer gilt: Antibiotika vorschriftsmäßig und nicht kürzer oder länger als nötig anwenden, dann ist die Gefahr einer Resistenzbildung auch geringer.

Manche Antibiotika reduzieren den Empfängnisschutz durch die Pille. Frauen, die die Antibabypille nehmen, sollten sicherheitshalber zusätzlich mit anderen Mitteln verhüten, wenn sie ein Antibiotikum einnehmen – zum Beispiel mit Kondomen. Wichtig ist auch, dass Sie vor der Anwendung die Gegenanzeigen beachten und Ihren Hautarzt über eventuelle Leber- und Nierenfunktionsstörungen oder eine Schwangerschaft in Kenntnis setzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.07.2013
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Abeck, Dietrich (2011): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie