Therapie der Akne: Hautschälende Medikamente (Peelings)

Mittel zum Schälen der Haut, zur sogenannten Microdermabrasion, werden oft auch einfach als „Peelings“ bezeichnet. Sie haben in der Therapie von Akne vor allem die Aufgabe, die Verhornungen der Haut abzutragen, die die Ausführungsgänge der Talgdrüsen blockieren. Zu diesen hautschälenden Medikamenten gehören zum Beispiel Benzoylperoxid (BPO), Retinoide und Azelainsäure.

Benzoylperoxid (BPO)

Benzoylperoxid (BPO) gibt es in verschiedenen Konzentrationen frei verkäuflich in der Apotheke – je niedrigerprozentig das Mittel, umso sanfter das Peeling, je höherprozentig, umso aggressiver. Zugleich ist Benzoylperoxid in einem gewissen Grad auch gegen Bakterien wirksam, ohne dabei deren Resistenzentwicklung zu fördern. Benzoylperoxid schält die Haut. Bei der Anwendung dieses Peelings kann es zu trockener, geröteter oder schuppender Haut kommen. Diese schwierige Startphase gilt es durchzuhalten: Die Verbesserung des Hautbilds durch die Peelings tritt meist nach einigen Wochen ein.

Von Sonnenbädern – ob in der Natur oder im Solarium – ist dringend abzuraten, da sonst ernsthafte Hautschäden drohen. Ganz wichtig ist, die Packungsbeilage genau durchzulesen und sich an die Anwendungsempfehlungen zu halten – mehr aufzutragen als darin angegeben ist, hilft nicht mehr. Und auch ein höherer Anteil an BPO bedeutet nicht automatisch, dass das Mittel besser wirkt.

Bei etwa zehn Prozent der Anwender treten allergische Reaktionen gegen Benzoylperoxid auf – dann sollte das Medikament sofort abgesetzt und die nächsten Schritte mit dem Arzt besprochen werden. Außerdem kann BPO nicht nur Haare, sondern auch bunte Kleidungsstücke ausbleichen.

Retinoide (Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge)

Retinoide werden lokal aufgetragen und wirken wie ein Peeling, aber gleichzeitig auch antientzündlich. Sie führen zur Schälung der Haut und beseitigen die Verhornung an den Kanälen der Talgdrüsen. Dadurch kann der Talg ungehindert auf die Hautoberfläche abfließen. So entstehen keine Pfropfen in den Kanälen, die sich entzünden können. Oft werden sie mit antimikrobiellen Substanzen, beispielsweise mit Benzoylperoxid (BPO), kombiniert. Allerdings treten dabei oft Rötungen und Schuppungen auf, die zunächst das Hautbild verschlechtern können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Mittel nicht vertragen wird und die Behandlung abgebrochen werden sollte. Außerdem kommt es im Zusammenhang mit Sonnenlicht oft zu fototoxischen Reaktionen. Adapalen, ein Retinoid der dritten Generation, zeigt aber beispielsweise keine fototoxischen Reaktionen und ist gut verträglich.

Kommt es jedoch langfristig zu keiner Verbesserung des Hautbilds, sollte der behandelnde Arzt zurate gezogen werden. Achten Sie besonders auch auf die Gegenanzeigen, die in der Packungsbeilage aufgeführt werden. Beispielsweise sollten die meisten Retinoide nicht in der Schwangerschaft und/oder der Stillzeit angewendet werden.

Azelainsäure

Azelainsäure hemmt das Wachstum bestimmter Aknebakterien, wirkt antientzündlich und zerstört Komedonen – also die als Mitesser sichtbaren Talgpfropfen in der Haut. Möglicherweise normalisiert Azelainsäure auch die Verhornung der Oberhautzellen und wirkt somit gleich mehrfach gegen Akne. Wie bei den meisten anderen schälenden Mitteln gegen Akne kann es zunächst zu geröteter und juckender Haut kommen. In der Regel lässt das aber nach etwa vier Wochen nach.

In schweren Fällen kommen Cremes oder Gels zum Einsatz, die außerdem Antibiotika enthalten. Wirkstoff ist hier meistens Erythromycin.

Worauf ist bei Hautpflege und Schälmitteln zu achten?

  • Viel hilft nicht viel! Halten Sie sich bitte unbedingt an den mit dem Arzt abgesprochenen Behandlungsplan beziehungsweise an die Packungsbeilagen.
  • Die meisten Produkte dürfen nicht mit Schleimhäuten in Berührung kommen – Lippen und Augenpartie also großzügig aussparen.
  • Gelangt eines der Schälmittel versehentlich ins Auge: Ruhe bewahren und sofort mit reichlich klarem Wasser gründlich ausspülen.
  • Vorsicht mit Sonnenbräune: Wenn Sie ein Sonnenanbeter sind und weder auf die natürliche noch auf die „Kunstsonne“ verzichten wollen, erkundigen Sie sich genau bei Ihrem Arzt oder Apotheker, ob das während einer Schälbehandlung wirklich unbedenklich ist. Im Zweifelsfall können Sie Ihre Haut durch Sonne und Peeling nämlich so strapazieren, dass Langzeitschäden entstehen.
  • Vorsicht in der Schwangerschaft und Stillzeit.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.07.2013
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2010): Behandlung der Akne