Therapie bei Akne

Niemand geht wegen ein paar Pickelchen gleich zum Arzt. Bei Akne ist aber genau das angeraten. Damit sie sich bessert, braucht es einen erfahrenen Hautarzt und – Geduld. Denn es gibt viele Möglichkeiten Akne wirksam zu behandeln, aber nicht jede Therapie hilft jedem.

Vorab: Akne auszuheilen oder sichtbar und spürbar zu lindern geht nicht von heute auf morgen. Je früher man aber mit einer fachmännischen Behandlung beginnt, umso besser. Oftmals tritt nach Therapiebeginn je nach verordnetem Medikament zunächst eine Verschlechterung der Beschwerden ein: Die Haut rötet sich, brennt und schuppt sich unter der Behandlung. Dies kann sich besonders bei kühlem Wetter verstärken.

Das zu akzeptieren ist für den Betroffenen sicher der schwierigste Teil der Therapie, denn die Ursache wird oft falsch interpretiert: Die Akne wird nicht schlimmer, weil die Behandlung die falsche ist. Sie wird schlimmer, weil die Behandlung die Haut „provoziert“. Für den Heilungserfolg ist das leider oftmals nicht zu umgehen. Wenn Brennen, Spannen und Schuppen jedoch zu arg werden, sollten Sie dies Ihrem Hautarzt mitteilen.

Drei Hauptprinzipien der Akne-Therapie

Damit das Hautbild sich bessert und die Hauterscheinungen möglichst narbenfrei abheilen, haben sich je nach Form und Schwere der Akne drei Hauptprinzipien der Akne-Therapie bewährt:
  • Die überschießende Talgproduktion muss auf ein normales Maß gebracht werden.
  • Damit die Ausführungsgänge der Talgdrüsen für das produzierte Hautfett durchgängig werden, muss den Verhornungsstörungen entgegengewirkt werden.
  • Die Entzündungen müssen unter Kontrolle gebracht und die daran beteiligten Bakterien bekämpft werden.
Wie im Einzelnen bei der Therapie vorgegangen wird, legt der Hautarzt individuell mit dem Patienten fest. Denn in jedem Fall sollte die Behandlung der Akne ein Hautarzt übernehmen. Die Akne auf eigene Faust zu behandeln, ist nicht zu empfehlen. Selbst an der Haut „rumzudoktern“ kann Narben hinterlassen und die Akne noch weiter verstärken.

Die richtige Strategie bei der Therapie

Eine erfolgreiche Behandlung der Akne ist möglich. Die Betroffenen brauchen allerdings oft Geduld. Die Therapie kann langwierig sein und sich womöglich über Monate und Jahre erstrecken. Betroffene müssen regelmäßig zum Hautarzt gehen. Außerdem gilt: Je früher sie beginnt, desto erfolgreicher ist die Therapie. Zeigen sich erste Symptome der Akne, sollte möglichst schnell gehandelt werden. Bis zu einem Drittel aller Betroffenen müssen ihre Akne medikamentös behandeln lassen.

Erste und besonders wichtige Maßnahme bei Akne ist jedoch die richtige Hautpflege. Ergänzend helfen Mittel zum Schälen der Haut, sogenannte Peelings. Sie haben bei Akne vor allem die Aufgabe, die Verhornungen der Haut abzutragen, die die Ausführungsgänge der Talgdrüsen blockieren. Dazu gehören Benzoylperoxid (BPO), Retinoide und Azelainsäure.

Behandlung mit Medikamenten zum Einnehmen

Wenn eine ausgeprägte Akne vorliegt, die auf äußerliche Anwendungen nicht oder nur ungenügend anspricht, kann der Arzt als Therapie auch Medikamente zum Einnehmen verschreiben. Antibiotika können Bakterien bekämpfen, die an der Entzündungsreaktion der Haut beteiligt sind. Sie haben jedoch Nebenwirkungen: Unter anderem begünstigen sie die Resistenzbildung und können die Darmflora schädigen.

Da bei Akne das männliche Sexualhormon Testosteron eine zentrale Rolle spielt, werden zur Behandlung oft auch Östrogene oder Gestagene eingesetzt – allerdings nur bei Frauen. Meist liegt die Einnahme der Antibabypille nahe. Bei therapieresistenten Fällen von Akne kann das mit Vitamin-A-Säure verwandte Isotretinoin eingesetzt werden. Es unterliegt jedoch einigen Anwendungsbeschränkungen. Häufig ist auch der Zinkbedarf erhöht, sodass Zinkpräparate die Behandlung der Akne unterstützen können.

Vor allem bei schweren Formen von Akne können Narben entstehen. Diese können nicht völlig beseitigt, aber mithilfe verschiedener Verfahren gut behandelt werden.

Lichttherapie als Behandlungsmöglichkeit

Sonnenlicht gilt heute nicht mehr als Therapeutikum – vor allem, weil der UVA-Anteil komedogen wirkt. Empfohlen wird deshalb anstatt einer UV-Bestrahlung eine Therapie mit Blaulicht, also sichtbarem, blauem Licht, die zweimal wöchentlich für etwa einen Monat durchgeführt wird. Eine Therapie mit Blaulicht kann bei der Behandlung von Akne unterstützend wirken. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem Arzt über die Möglichkeiten einer Lichttherapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.02.2017
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Abeck, Dietrich (2011): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie
  • Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Moll, Ingrid (2010): Dermatologie
  • Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2011): Behandlung der Akne (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-017l_S2k_Behandlung_der_Akne_2011-10-Korrektur.pdf)