Therapie bei der ADHS

Die Therapie bei der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zielt darauf ab, die Kernsymptome zu lindern, die Entwicklung des Kindes zu fördern und die Eltern-Kind-Beziehung zu stabilisieren. Da sich Ausprägung und Vorkommen der einzelnen Symptome und ihre Folgen von Kind zu Kind zum Teil stark unterscheiden, muss die Therapie der ADHS immer individuell gestaltet werden.

Meist kommen bei der Behandlung der ADHS drei verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz: Mithilfe der Psychoedukation werden die Betroffenen über die Störung und ihre Folgen aufgeklärt. Anschließend wird meist eine Verhaltenstherapie durchgeführt, die sich sowohl an die Kinder wie auch an deren Eltern und Lehrer richten kann. Die dritte Therapiemöglichkeit ist die medikamentöse Behandlung, die idealerweise jedoch erst dann eingesetzt wird, wenn die beiden ersten Ansätze nicht zum erwünschten Erfolg geführt haben.

Weitere Therapien

Zusätzlich zur Verhaltenstherapie können einige weitere Maßnahmen durchgeführt werden. Etwa wirkt es sich häufig positiv auf die Behandlung aus, wenn das Kind auch eine Entspannungsmethode erlernt. Maßnahmen der Ergotherapie, der Psychomotorik oder der Heilpädagogik können ebenfalls eine gute Ergänzung der Verhaltenstherapie sein.

Häufig eingesetzt bei der ADHS werden auch homöopathische Mittel, die Bachblüten-Therapie oder Nahrungsergänzungsmittel. Für diese Verfahren liegen jedoch keine Wirksamkeitsnachweise vor. Abzuraten ist von einer speziellen Diät als Therapie einer ADHS. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die sehr aufwendige und schwer durchzuhaltende Diät nur bei ein bis zwei Prozent der Kinder mit ADHS eine Linderung der Symptome bewirkt.

Therapie weiterer Störungen

Eine ADHS geht oft mit weiteren Störungen einher – etwa Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwächen, Angststörungen, Depressionen oder Störungen der Körperwahrnehmung. Diese verschwinden oft nicht, wenn die ADHS behandelt wird und bedürfen deshalb einer gesonderten Therapie. Beispielsweise kann eine spezielle Nachhilfe Lernschwierigkeiten lindern, Angststörungen oder Depressionen sollten mit einer entsprechenden Psychotherapie und eventuell mit Medikamenten behandelt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.04.2015
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. (2007)
  • Stellungnahme zur „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ der Bundesärztekammer (2005)
  • Informationen zu ADHS der Universität Bielefeld, Abteilung für Psychologie: http://www.uni-bielefeld.de/psychologie/ae/AE09/beratungsstelle/adhs.html
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