So wird die Diagnose ADHS gestellt

Immer wieder tauchen im Internet oder in Ratgebern Checklisten auf, mit deren Hilfe Eltern beurteilen sollen, ob ihr Kind unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leidet.

Beachten Sie jedoch: Diese Fragebögen können lediglich Hinweise geben. Die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung kann nur ein dafür ausgebildeter Arzt oder Psychologe stellen. Dieser verwendet dabei meist eines der gängigen Klassifikationssysteme: ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation oder DSM-IV der American Psychiatric Association.

Diagnose ADHS: Aufwendige Untersuchungen notwendig

Zeigt ein Kind noch normales, altersgerechtes Verhalten oder liegen bereits Symptome einer ADHS vor? Die Übergänge sind oft fließend. Des Weiteren gibt es einige andere Erkrankungen und Störungen, die ähnliche oder identische Symptome verursachen. Aus diesen Gründen ist zunächst eine sehr ausführliche Diagnostik wichtig, um die Diagnose ADHS stellen zu können. Die Diagnose kann aufgrund einer genauen Anamnese, der Ermittlung der Symptome und der direkten Beobachtung gestellt werden.

Bei der Ermittlung der Krankengeschichte und der Symptome ist wichtig, dass nicht nur das Kind selbst und dessen Eltern, sondern auch Geschwister, Erzieher und Lehrer zu Wort kommen. So kann sich der Diagnosesteller ein genaueres Bild machen. Anschließen sollte sich eine Familiendiagnostik, bei der familiäre Belastungen und Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung erfasst werden.

Auch die Verhaltensbeobachtung ist unverzichtbar für die Diagnose und liefert einen umfassenden Eindruck. Treten beispielsweise häufig Probleme bei den Hausaufgaben auf, so kann der Therapeut das Kind dabei beobachten und daraus wichtige Hinweise bekommen. Zusätzlich können spezielle Fragebögen eingesetzt werden. Sie liefern ein genaueres Bild und können später bei der Verlaufskontrolle helfen. Darüber hinaus sollte eine Intelligenz-, Leistungs- und Entwicklungsdiagnostik bei dem Kind durchgeführt werden. Das ist wichtig, da ADHS-Symptome auch durch Über- oder Unterforderung ausgelöst werden können und weil umgekehrt die ADHS häufig mit Leistungsdefiziten einhergeht.

Eine Labordiagnostik des Bluts oder ein Elektroenzephalogramm (EEG) werden eingesetzt, um andere Erkrankungen als Ursache für die Symptome auszuschließen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.04.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. (2007)
  • Stellungnahme zur „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ der Bundesärztekammer (2005)
  • Informationen zu ADHS der Universität Bielefeld, Abteilung für Psychologie: http://www.uni-bielefeld.de/psychologie/ae/AE09/beratungsstelle/adhs.html
  • Diagnosequalität mangelhaft. Psychologen beklagen Defizite im Umgang mit ADHS. Pressemittelung des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (2009)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)