ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), gelegentlich auch noch hyperkinetische Störung genannt, ist seit einigen Jahren in aller Munde.

Junge schreit © Thinkstock

Symptome von ADHS

Die Störung ist gekennzeichnet durch drei Hauptsymptome:
  • eine Aufmerksamkeitsstörung,
  • Hyperaktivität und
  • Impulsivität.

Aufwendige Diagnostik

Bei vielen sehr lebhaften Kindern wird schnell die Diagnose ADHS gestellt – zu schnell, wie der Berufsverband der Deutschen Psychologinnen und Psychologen bemängelt. Denn die sehr aufwendige Diagnostik, die in den Leitlinien zur ADHS empfohlen wird und bei der einige andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden müssen, wird häufig nicht durchgeführt. Die Diagnostik der ADHS kann mithilfe zweier anerkannter Klassifikationssysteme erfolgen: ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder DSM-IV der American Psychiatric Association.

Beide Verfahren haben ihre Vor-und Nachteile. Nach dem etwas enger gefassten ICD-10 leiden etwa ein bis zwei Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 4 und 17 Jahren unter einer ADHS. Mit der DSM-IV kommt man auf etwa zwei bis sieben Prozent. Das Robert Koch-Institut stellte im Rahmen seines Kinder- und Jugendsurveys bei 3,9 Prozent der bis 17-Jährigen eine ADHS fest.

Behandlung von ADHS

Immer wieder wird auch darüber diskutiert, ob Kinder mit ADHS mit Medikamenten wie etwa Stimulantien behandelt werden sollten. Die Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. empfiehlt eine medikamentöse Therapie in ihrer Leitlinie nur dann, wenn andere Maßnahmen wie Psychoedukation oder Verhaltenstherapie keine ausreichende Besserung gebracht haben und die Beeinträchtigungen des Kindes deutlich sind.

Eine Therapie, die die Ursachen der ADHS behandelt und zu einer vollständigen Heilung führen könnte, gibt es nicht. In vielen Fällen werden die Symptome der Störung jedoch im Laufe der Jahre von alleine schwächer oder verschwinden sogar vollständig. Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder leidet aber auch als Erwachsener noch unter ADHS.

Leben mit der ADHS

Mit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung zu leben, ist nicht leicht: weder für die betroffenen Kinder, noch für ihre Bezugspersonen. Gerade Eltern tun sich bei der Erziehung eines Kindes mit ADHS oft sehr schwer. In unserem Ratgeber haben wir einige Tipps für den richtigen Umgang mit Betroffenen zusammengestellt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.04.2015
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. (2007)
  • Stellungnahme zur „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ der Bundesärztekammer (2005)
  • Informationen zu ADHS der Universität Bielefeld, Abteilung für Psychologie: http://www.uni-bielefeld.de/psychologie/ae/AE09/beratungsstelle/adhs.html
  • Diagnosequalität mangelhaft. Psychologen beklagen Defizite im Umgang mit ADHS. Pressemittelung des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (2009)
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