Achillessehnenverletzung

Die Achillessehne, die kräftigste Sehne unseres Körpers, ist etwa 10 bis 17 Zentimeter lang und verbindet die Wadenmuskulatur und das Fersenbein. Durch körpereigene Faktoren – zum Beispiel einen Beinachsenfehler, ein Ungleichgewicht in der Muskulatur, eine Fußfehlstellung oder steigendes Alter – können sich Beschwerden entwickeln.

Vor allem bei älteren Menschen kommt es aufgrund der schlechten Durchblutung der Achillessehne zu degenerativen Veränderungen. Diese können – neben externen Faktoren wie einer plötzlichen Steigerung des Trainings, Umknicken, reaktiven Bewegungsmustern, Fouls oder schlechter Ausrüstung (zum Beispiel falsche Schuhe) – Verletzungen verursachen.

Symptome einer Achillessehnenverletzung

Bei Reizungen oder Entzündungen des Achillessehnengewebes treten die Beschwerden (Achillodynie) schleichend und zunächst nur dann auf, wenn die Sehne belastet wird. Mit der Zeit zeigen sich die Beschwerden öfter und intensiver und machen sich auch im Ruhezustand bemerkbar. Der Patient verspürt ein Gefühl der Bewegungseinschränkung. Zusätzlich treten Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Überwärmung auf. Die Achillessehne ist in diesem Stadium zwar häufig noch unbeschädigt, jedoch sind auch bereits degenerative Veränderungen möglich: Dabei ändert sich die Faserstruktur, die Achillessehne kann sich verdicken. Im Zentrum der Schwellung befinden sich dann abgestorbene Sehnenfasern.

Bei Achillessehnenriss ist oft ein Knall hörbar

Wird eine vorgeschädigte Achillessehne starken Belastungen ausgesetzt – zum Beispiel durch Beschleunigen oder Abbremsen oder Bagatellbewegungen wie Fehltritte – kann das zu einem Riss (Achillessehnenruptur) führen. Wenn die Achillessehne reißt, ist in den meisten Fällen ein deutlicher Knall, ein sogenannter Peitschenknall, hörbar. Zudem verspürt der Betroffene starke Schmerzen. Es kann zur Bildung von Dellen und Schwellungen in der Sehne kommen.

Behandlung von Achillessehnenverletzungen

Ist die Achillessehne gereizt, sucht der Arzt nach der Ursache, um sie anschließend zu beseitigen. So kann etwa bei einer Fehlstellung eine Schuheinlage für Besserung sorgen. Mithilfe entzündungshemmender Maßnahmen wie Eisanwendungen oder Medikamenten können die Symptome gelindert werden.

Ist es zu einem Riss der Achillessehne gekommen, kann die Behandlung konservativ oder operativ erfolgen. Besteht Kontakt zwischen den beiden Sehnenenden, wenn man den Fuß nach unten abwinkelt, können sie von selbst wieder zusammenwachsen. Wenn eine funktionelle Behandlung durchgeführt wird, ist es schon nach einigen Tagen möglich, den Fuß wieder eingeschränkt zu bewegen. Bei einer funktionellen Behandlung wird die betroffene Gliedmaße so bewegt, dass die Bewegungsabläufe, die die Verletzung verursacht haben, vermieden werden. Hierbei werden Spezialschuhe mit erhöhter Ferse und unbiegsamer Zunge eingesetzt, die es dem Patienten erlauben, den Fuß voll zu belasten. In manchen Fällen kann es auch nötig sein, eine Woche lang einen Gips zu tragen. Bis der Achillessehnenriss vollständig geheilt ist, dauert es ungefähr sechs bis acht Wochen.

Wenn kein Kontakt zwischen den Sehnenenden besteht, ist eine Operation, in der die Enden zusammengenäht werden, unumgänglich. Bis die Hautwunde verheilt ist, muss der Patient einige Tage lang einen Gips tragen. Jedoch kann er den Fuß dank funktioneller Behandlung und Spezialschuhen schon nach kurzer Zeit wieder voll belasten. Eine krankengymnastische Behandlung ist nach drei Wochen möglich. Nach ungefähr sechs bis acht Wochen kann der Patient auf die Spezialschuhe verzichten. Anschließend muss er seine Wadenmuskulatur gezielt trainieren. Frühestens vier Monate nach der Operation darf das Bein dann wieder ohne Spezialschuhe voll belastet werden. In fast allen Fällen ist es möglich, die vollständige körperliche Leistungsfähigkeit danach wieder zu erreichen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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