Der Blick aufs Herz: Thorax-Röntgen

Das Brustkorb-Röntgen (Thorax-Röntgen) ist eine über 100 Jahre alte Untersuchungsmethode, doch hat sie im Laufe der Zeit nicht an Bedeutung verloren. Seit einiger Zeit wird sie oft durch die CT (Computertomografie) und die MRT (Magnetresonanz- oder Kernspintomografie) unterstützt. Diese modernen Verfahren haben den Vorteil, dass sie die Organe dreidimensional abbilden können. Mit dem herkömmlichen Röntgen sind nur zweidimensionale Aufnahmen möglich.

Thorax-Röntgen zeigt Herzkontur und große Gefäße

Das Thorax-Röntgen zählt nach wie vor zur Standarduntersuchung, wenn der Verdacht auf eine Herzkrankheit besteht oder sich bei einem Herzpatienten die Symptome plötzlich ändern. Denn mit dem Thorax-Röntgen lässt sich unter anderem feststellen, ob
  • sich die Herzkontur krankhaft verändert hat
  • die großen Gefäße – etwa die Aorta – krankhaft verändert sind
  • sich die Struktur der Gefäße der Lunge krankhaft verändert hat – sollte dies der Fall sein, kann man eventuell auf eine Herzkrankheit wie die Rechtsherzinsuffizienz schließen

Relativ geringe Strahlenbelastung beim Thorax- Röntgen

Das Thorax-Röntgen hat allerdings den Nachteil, dass räumlich hintereinander liegende Körperstrukturen überlagert und weiter hinten liegende Organe im kleineren Maßstab abgebildet werden als jene, die weiter vorne liegen.

Die Strahlenbelastung beim Thorax-Röntgen ist relativ gering: Sie beträgt 1/40 der Strahlung, die jährlich durch die natürliche Strahlenbelastung – unter anderem aus dem Weltraum – auf jeden Menschen einwirkt. Dennoch ist bei einer Schwangerschaft das Röntgen nicht erlaubt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.10.2014
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Karl Werdan, Hans-Joachim Trappe, Hans-Reinhard Zerkowski: Das Herzbuch. Praktische Herz-Kreislauf-Medizin, Urban
  • Interview mit Dr. Alexander Huppertz, Geschäftsführer des Imaging Science Institute Charité - Siemens
  • Dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst, Stand 2002