Herz-Anamnese: Im ersten Gespräch erfährt der Arzt Ihre Geschichte

Wenn Sie mit Herz- oder Kreislauf-Beschwerden erstmals zum Arzt gehen, stehen die Anamnese, also die Erhebung Ihrer Krankengeschichte, und die körperliche Untersuchung an erster Stelle.

Anamnese bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Um herauszufinden, ob Ihre Beschwerden durch eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems bedingt sind, wird der Arzt Ihnen zunächst folgende Fragen stellen:
  • Was? – Haben Sie Schmerzen, Luftnot oder Schwindel?
  • Wie? – Sind die Schmerzen dumpf, stechend, dauerhaft, schwankend?
  • Wo? – Wo tut es Ihnen weh, wohin strahlt der Schmerz aus?
  • Wann? – Wann hatten Sie die Beschwerden erstmals, wie lange halten sie an, in welchen Abständen, zu welchen Tageszeiten treten sie auf?
  • Wodurch? – Haben Sie Beschwerden nur bei Belastung oder bereits in Ruhe? Werden die Beschwerden durch erkennbare Faktoren wie Stress, Wetter oder Essen ausgelöst oder verschlimmert? Welche Medikamente helfen dagegen?

So ausführlich wie nötig, so knapp wie möglich

Machen Sie sich am besten vor dem Arztbesuch Notizen. Das erleichtert Ihnen die knappe und genaue Beschreibung Ihrer Beschwerden. Vertrauen Sie nicht allein auf die ärztliche Intuition: Zwar kann ein erfahrener Mediziner viele wichtige Informationen auch dem Unausgesprochenen wie Körperhaltung, Gang oder Mimik entnehmen, aber er kann nicht erraten, wo es Ihnen wehtut. Weder Über- noch Untertreibung von Beschwerden sind hilfreich, berichten Sie also wahrheitsgemäß, ohne etwas wegzulassen oder hinzuzudichten.

Auch Lebensgewohnheiten und Familienumstände sind wichtig

Bei der Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch Informationen zu Ihrer körperlichen Verfassung wichtig. Dazu zählen Fragen zur Ernährung, zum Rauchen, Körpergewicht, Alkoholkonsum, zu Appetit, Durst, Stuhlgang, Wasserlassen, Schlaf, Belastbarkeit. Außerdem interessiert den Arzt, welche Erkrankungen es in Ihrer Familie (bei Eltern, Großeltern, Geschwistern, Kindern) gibt. Angaben zu Ihrer beruflichen und sozialen Situation – etwa Arbeitsbelastung, Familiengröße, Kinderzahl und -alter, Partnerschaft, Pflege von Angehörigen – sind ebenfalls wichtig: Sie geben dem Arzt Hinweise, ob auch psychische Faktoren bei Ihren Beschwerden eine Rolle spielen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.11.2014
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Karl Werdan, Hans-Joachim Trappe, Hans-Reinhard Zerkowski: Das Herzbuch. Praktische Herz-Kreislauf-Medizin, Urban
  • Interview mit Dr. Alexander Huppertz, Geschäftsführer des Imaging Science Institute Charité - Siemens
  • Dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst, Stand 2002