Im späten Stadium treten Geschwüre und Nekrosen auf

Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ruft zu Beginn meistens noch keine Beschwerden hervor. Im fortgeschrittenen Stadium jedoch können die Schmerzen so ausgeprägt sein, dass der Patient sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann. Häufig finden sich an Bein und Fuß diverse offene Stellen, die kaum heilen. Diese Geschwüre (Ulcera) bergen ein hohes Infektionsrisiko, weshalb manchmal eine Amputation nötig ist.

Damit Mediziner sich über den Schweregrad einer pAVK (umgangssprachlich: Schaufensterkrankheit) und deren Therapie verständigen können, hat der französische Chirurg René Fontaine (*1899) die Krankheit in vier Stadien eingeteilt:
  • Stadium I: keine Beschwerden, obwohl Gefäßverengungen in den Beinen bestehen
  • Stadium II a: Schmerzen ab einer Gehstrecke von 200 Metern
  • Stadium II b: Schmerzen bei einer Gehstrecke unter 200 Metern
  • Stadium III: Schmerzen in Ruhe
  • Stadium IV: Beingeschwüre, Nekrosen (abgestorbenes, schwarzes Gewebe), die ganz plötzlich auftreten können.
Beingeschwüre können auch in Stadium I und II auftreten. Allerdings haben die Ulcera in den frühen Stadien bessere Heilungschancen, weil die Durchblutung noch nicht so stark gestört ist. In den beiden letzten Stadien sind die Schmerzen oftmals so stark, dass sie sich nur noch durch morphinhaltige Schmerzmittel lindern lassen.

In der Wissenschaft hat sich seit Anfang der 90er-Jahre die Stadieneinteilung nach Rutherford durchgesetzt. Gefäßspezialisten bevorzugen sie, weil sie differenzierter ist und die Gehstrecke sowie den Grad des Verschlusses objektiver erfasst. Bekannter und gängiger ist allerdings noch immer die Einteilung nach Fontaine.


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