Pflege bei Herzerkrankungen

Mehr als 7.000 Liter Blut pumpt unser Herz täglich durch den Blutkreislauf – bei einem gesunden jungen Menschen ganz unbemerkt. Ältere Menschen spüren ihr Herz jedoch ab und an, da die Belastbarkeit stetig abnimmt. So müssen Senioren meist öfter innehalten (etwa beim Treppensteigen), sich ausruhen und werden schneller müde. Wird die Belastung für das Herz zu groß, drohen Herzerkrankungen. Was bei der Pflege von Betroffenen wichtig ist.

Herzinsuffizienz – wenn dem Herz die Kraft ausgeht

Eine Herzerkrankung, die im Alter häufig auftritt, ist die Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Davon spricht man, wenn das Herz zu schwach ist, genügend Blut in die Organe zu pumpen

Zunächst macht sie sich nur bei größerer Anstrengung wie etwa beim Treppensteigen bemerkbar – der Betroffene muss öfter stehenbleiben und Luft holen. Mit fortschreitender Krankheit bekommt der Erkrankte sogar im Ruhezustand nicht mehr genug Luft – und ist kaum mehr belastbar.

Pflegebedürftige mit einer Herzinsuffizienz müssen nicht komplett geschont werden, die Belastung sollte jedoch wohldosiert sein. Vorsicht ist beim Aufstehen geboten, da Betroffene aufgrund möglicher Schwindelgefühle besonders sturzgefährdet sind. Der Oberkörper eines Herzinsuffizienz-Patienten sollte erhöht gelagert werden – zum Beispiel mithilfe von Sofakissen, eines Matratzenkeils oder einer speziellen Rückenstütze.

Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt – Herz in Sauerstoffnot

Zur koronaren Herzkrankheit (KHK) kommt es, wenn durch Arteriosklerose eine oder mehrere Herzkranzgefäße verengt sind. Dadurch wird das Herz weniger mit Sauerstoff versorgt, seine Schlagkraft ist vermindert und es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen. Wird der Sauerstoffmangel durch zunehmende Verengung größer, treten anfallartige Beschwerden in Form von Brustenge, Kurzatmigkeit und Schmerzen in der Brust auf – die sogenannte Angina pectoris. Wird ein Herzkranzgefäß durch einen Pfropfen vollständig verstopft, kommt es zu einem Herzinfarkt.

Auch bei Menschen mit KHK ist eine dosierte Belastung oder gar ein regelmäßiges Herz-Kreislauf-Training unter Überwachung ratsam. Wichtig ist, in regelmäßigen Abständen Blutdruck und Puls zu kontrollieren. Ist der Blutdruck erhöht, sollten Betroffene ihren Salzkonsum reduzieren. Hat der Patient einen Herzinfarkt erlitten, sollte sein Oberkörper leicht erhöht gelagert werden. So kann er leichter atmen, bekommt mehr Sauerstoff, das Herz wird entlastet. Um einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern, ist es unerlässlich, Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder eine falsche Ernährung zu minimieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.06.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage