Herzinfarkt-Diagnose in der Klinik
Enzymbestimmungen weisen den Weg
Wird ein Patient mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in die Klinik eingeliefert, wird mittels EKG und Enzymdiagnostik festgestellt, ob, wo und wie stark der Herzmuskel geschädigt ist. Enzyme sind Eiweiße, die in Körperzellen Stoffwechselvorgänge steuern. Gehen Herzmuskelzellen durch Sauerstoffmangel massenhaft zugrunde, setzen sie spezielle Enzyme frei, die dann im Blut nachgewiesen werden können. Die Enzyme werden wiederholt bestimmt, weil sich aus dem Verlauf der Blutkonzentrationskurve Rückschlüsse auf den Zeitpunkt des Infarktbeginns, die Infarktgröße und den Therapieerfolg ziehen lassen. Meist werden die herzmuskelspezifische Kreatinkinase (CK-MB) und die Enzymvarianten des Troponins bestimmt.
EKG und Echokardiographie
Allerdings steigen die Enzymkonzentrationen erst drei bis sechs Stunden nach Untergang der Herzmuskelzellen an. In dieser Zeit liefert das EKG den entscheidenden Nachweis, ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt. Fehlen die typischen EKG-Veränderungen, bleibt die Unsicherheit so lange bestehen, bis der Enzymtest möglich ist. Hilfreich kann in der Zwischenzeit eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) sein, um eine möglichen Herzinfarkt und dessen Ausmaß zu sichern.
Andere Erkrankungen ausschließen
Manchmal ist es schwierig, einen Herzinfarkt sicher von Erkrankungen der Lunge wie Pneumothorax, Lungenembolie oder Lungenödem, einem Einriss der Hauptschlagader oder einer Gallenkolik zu unterscheiden. Doch sobald das erste sichere diagnostische Zeichen für einen Herzinfarkt gefunden ist, beginnen die Ärzte mit der gezielten Therapie. Bis dahin wird der Patient sorgfältig überwacht, bekommt Sauerstoff und über einen dauerhaft gelegten Schlauch, einen zentralen Venenkatheter, die erforderlichen Medikamente direkt in den Blutkreislauf gespritzt. Außerdem werden die Herzaktion und der Blutdruck kontinuierlich überwacht.
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