Aufbau des Herzens: Herzwand, Nerven und Herzkranzgefäße

Die Herzwand besteht aus mehreren Schichten. Die mittlere Muskelschicht, das Myokard, wird innen vom glatten Endokard überzogen. Die glatte Innenschicht verhindert Gerinnselbildungen in der Herzhöhle. Nach außen schließen zwei Schichten – Epi- und Perikard – das Herz gegen seine Umgebung ab. Ein dünner Flüssigkeitsfilm zwischen den beiden Außenhäuten lässt das Herz bei seinen Bewegungen reibungslos wie in einem Beutel gleiten. Die Muskelschicht verrichtet die Herzarbeit: Abwechselndes Zusammenziehen und Erschlaffen der Muskelzellen garantieren eine geregelte Pumpfunktion.

Nerven beeinflussen die autonome Herzfunktion

Anders als bei Bewegungen der Skelettmuskulatur läuft die Herzaktion automatisch ab. Der im Herzen selbst liegende Impulsgeber, der Sinusknoten, arbeitet völlig unabhängig von unserem Willen. Einen steuernden Einfluss auf den Sinusknoten übt lediglich unser autonomes Nervensystem, das sogenannte Vegetativum, aus. Dabei wirkt der Sympathikus eher leistungssteigernd, während der Parasympathikus eher bremst und die Erholung fördert. Emotionen wie Freude, Angst oder Aufregung beeinflussen das Vegetativum. So schlägt uns zum Beispiel bei Lampenfieber das Herz bis zum Hals.

Die Blutgefäße des Herzens

Für seine ständige Arbeit braucht der Herzmuskel kontinuierlich Sauerstoff. Für eine optimale Blutversorgung sorgen die beiden Herzkranzgefäße, die direkt aus der Hauptschlagader entspringen. Über ein dichtes Netz von Verzweigungen fließt sauerstoffreiches Blut in jede Muskelzelle. Sind die Herzkranzarterien verkalkt und verengt wie bei der koronaren Herzkrankheit (KHK), kann der erhöhte Sauerstoffbedarf bei Belastung nicht mehr gedeckt werden. Die Folge sind typische Herzschmerzen, sogenannte Angina-Pectoris-Schmerzen.
Die Lage der zwei Herzkranzgefäße. Eines davon teilt sich wiederum in zwei große Äste auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.05.2013
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher: Lernatlas der Anatomie. Hals und Innere Organe, Thieme, Stuttgart, 2005
  • Stefan Silbernagl, Agamemnon Despopoulos: Taschenatlas der Physiologie, Thieme Stuttgart, 2007