Herzkrankheiten: Auch für Familie können Probleme entstehen

Das Leben mit einem herzkranken Familienangehörigen oder Partner bringt einschneidende Veränderungen mit sich. Je schwerer die Erkrankung und je weniger der Kranke körperlich belastbar ist, umso mehr sind die Angehörigen gefordert und auch in ihrem Lebensablauf beeinträchtigt.

Emotionale Belastung entsteht, weil vielleicht die Angst vor plötzlichem Herzversagen oder Stürzen im Raum steht, aber auch weil unter Umständen eigene Aktivitäten und Bedürfnisse zurückgestellt werden müssen. So müssen Angehörige ihren Tagesablauf, die Ausflüge, Urlaubspläne und oft auch den Schlafrhythmus den Möglichkeiten des Herzkranken anpassen. Es kann sein, dass die Angehörigen aus Sorge um den Patienten nur noch selten einer Einladung folgen oder einen Tagesausflug unternehmen.

Aber auch die Veränderungen vieler alltäglicher und bisher selbstverständlicher Aktivitäten können zu einer Belastung werden und zur Überlastung der Familie führen. Als Partner oder Familie ist es oft sinnvoll und erforderlich, den Herzkranken zu unterstützen, zum Beispiel:
  • den Medikamentenplan im Auge zu haben und beim Einstellen der Medikamente für den Tag oder die Woche behilflich zu sein
  • für eine salzarme und auf viele kleine Mahlzeiten verteilte Ernährung zu sorgen
  • mit dem Rauchen aufzuhören, denn für Herzkranke ist es sehr viel leichter, dauerhaft von ihrem Laster zu lassen, wenn im Haushalt niemand raucht
  • Spaziergänge oder Toilettengänge zu begleiten und beim An- und Auskleiden zu helfen
Gerade ältere Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sind oft unsicher auf den Beinen, haben Angst zu stürzen oder plötzliche Herzrhythmusstörungen zu erleiden. Selbstverständlichkeiten wie Spaziergänge, Ausflüge oder Reisen müssen anders organisiert werden oder sind bei schwerer Herzkrankheit nicht mehr gemeinsam möglich.

Lassen Sie am besten Ihren Partner dabei sein, wenn Sie mit dem Arzt über Ihre Krankheit sprechen, und suchen Sie sich eine Person ihres Vertrauens, mit der Sie sprechen können, wenn Sie sich überfordert fühlen. Manchmal kann es auch hilfreich sein, professionelle Hilfe – zum Beispiel einen Psychotherapeuten – zurate zu ziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.10.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Kochen: Allgemein- und Familienmedizin, Hippokrates Verlag Stuttgart 1998
  • D. Model: Practical General Medicine Cardiovascular and Respiratory Diseases, Whurr Pub London (1989)
  • European Society of Cardiology: Guidelines for the diagnosis and treatment of Chronic Heart Failure (update 2005), Volume 7, Issue 3, Pages 291-433
  • Interview mit Dr. Tim Meyer, Sportmediziner am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität Saarbrücken
  • Interview mit Dr. med. Lars Holmer, niedergelassener Internist, Berlin