Autofahren: Wann ein Verzicht sinnvoll ist

Autofahren ist heute selbstverständlich – auch für Herzpatienten. Die meisten von ihnen können sich tatsächlich bedenkenlos hinters Steuer setzen, sofern sie keine fühlbare Leistungseinschränkung, Schwindel oder gar plötzliche Bewusstlosigkeit erleben.

Auf das Autofahren verzichten sollten Herzpatienten allerdings, wenn:

  • Kurzatmigkeit in Ruhe oder beim Autofahren auftritt
  • erst eine Woche nach der Implantation eines Herzschrittmachers oder erst vier Wochen nach einem Herzinfarkt vergangen sind
  • häufig Bewusstlosigkeit vorkommt und deren Ursache nicht geklärt ist.
Nach einer Herztransplantation oder nach einer Defibrillator-Implantation gelten Regelungen und Empfehlungen der Fachgesellschaft, über die der Arzt den Patienten im Detail informieren sollte. Die Entscheidung für oder gegen das Autofahren liegt letztlich immer bei Ihnen. Es empfiehlt sich allerdings, sorgfältig abzuwägen und vom Autofahren abzusehen, wenn Sie sich unsicher oder akut bedroht fühlen.

Vorsicht vor Blutdruck-Medikamenten und Schlafmitteln

Auch Medikamente beeinflussen manchmal die Verkehrstauglichkeit. Gerade blutdrucksenkende Tabletten verursachen in den ersten Wochen der Behandlung Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwindel. Eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten setzt die Verkehrstauglichkeit nicht herab, doch durch die veränderte Gerinnungsfähigkeit des Blutes besteht bei einem Unfall eine erhöhte Blutungsgefahr. Daher ist es wichtig, stets einen Ausweis über diese Behandlung mit sich zu führen.

Manche Herzpatienten nehmen auch Beruhigungs- und Schlafmittel. Diese Medikamente sind besonders problematisch, weil oft nicht bedacht wird, dass ihre Wirkung relativ lange andauert. So kann ein Schlafmittel, das vor Mitternacht eingenommen wird, noch am Morgen darauf die Fahrtauglichkeit beeinflussen. Auch Medikamente, die gegen Reiseübelkeit oder Allergien eingesetzt werden, können müde und unkonzentriert machen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.11.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Kochen: Allgemein- und Familienmedizin, Hippokrates Verlag Stuttgart 1998
  • D. Model: Practical General Medicine Cardiovascular and Respiratory Diseases, Whurr Pub London (1989)
  • European Society of Cardiology: Guidelines for the diagnosis and treatment of Chronic Heart Failure (update 2005), Volume 7, Issue 3, Pages 291-433
  • Interview mit Dr. Tim Meyer, Sportmediziner am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität Saarbrücken
  • Interview mit Dr. med. Lars Holmer, niedergelassener Internist, Berlin