Herzkrankheit: Strategien gegen Angst und Sorgen

Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) oder einer Herzinsuffizienz sind in ihrer körperlichen Belastbarkeit zweifellos eingeschränkt. Häufig beeinträchtigen Sorgen und Ängste das Leben und die Aktivität vieler Menschen mit Herzkrankheiten zusätzlich. Das Selbstwertgefühl leidet unter der Befürchtung, den normalen Belastungen des Lebens nicht mehr mit genügend Kraft begegnen zu können.

Der Herzkranke sorgt sich um sein Sexualleben, hat Angst im Beruf keine Rolle mehr spielen zu können und nicht mehr gebraucht zu werden. Nicht zuletzt fühlt er sich ständig bedroht durch eine plötzliche Verschlechterung seiner Krankheit.

Selbsthilfegruppen sind einen Versuch wert

Wichtig ist zunächst, mit einem Hausarzt oder Kardiologen über solche Probleme zu sprechen. Oft ist es vorteilhaft, den Partner oder andere nahestehende Menschen in die Probleme mit einzubeziehen. Eine weitere Möglichkeit, Ängste und Sorgen besser zu bewältigen, bieten Selbsthilfegruppen (SHG). Schon die Tatsache, auf Menschen mit ähnlichen Problemen zu treffen, kann erleichternd wirken. Doch Selbsthilfegruppen gibt es noch längst nicht überall und in ausreichender Zahl. Zusätzlich wird der Gedanke an Selbsthilfegruppen leider auch heute noch von manchem als ein Eingeständnis von Schwäche empfunden. Doch einen Versuch sind Selbsthilfegruppen mit Sicherheit wert.

Psychotherapie oft schon während der Reha möglich

Schließlich ist auch eine kurzzeitige Psychotherapie für manche eine sehr gute Möglichkeit, um mit den Problemen in einer so einschneidenden Situation zurechtzukommen. Die Krankenkassen tragen meist die Kosten. Der Gewinn an Lebensqualität und Lebensfreude lohnt die Mühe oft. In vielen Fällen werden eine psychologische Betreuung, Stressbewältigung, Yoga, Meditation, autogenes Training oder Gesprächstherapie – oft unter Einbeziehung des Partners – bereits im Rahmen einer Rehabilitationsbehandlung angeboten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.10.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Ärztin für Allgemeinmedizin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Kochen: Allgemein- und Familienmedizin, Hippokrates Verlag Stuttgart 1998
  • D. Model: Practical General Medicine Cardiovascular and Respiratory Diseases, Whurr Pub London (1989)
  • European Society of Cardiology: Guidelines for the diagnosis and treatment of Chronic Heart Failure (update 2005), Volume 7, Issue 3, Pages 291-433
  • Interview mit Dr. Tim Meyer, Sportmediziner am Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität Saarbrücken
  • Interview mit Dr. med. Lars Holmer, niedergelassener Internist, Berlin