Zehn Irrtümer über Sonne und Sonnenschutz

Im Wasser und im Schatten droht kein Sonnenbrand und wer sich oft eincremt, kann lange in der Sonne bleiben. So oder ähnlich klingen viele Irrtümer über Sonne und Sonnenschutz. Wir zeigen Ihnen, was wirklich dahintersteckt.

Frau mit Sonnenschirm. © Thinkstock

Irrtum 1: Bräunen im Solarium bereitet die Haut auf die Sommersonne vor.

Das stimmt nicht ganz. In den meisten Solarien entsteht die Bräune durch UV-A-Strahlung. Der Eigenschutz der Haut – die sogenannte Lichtschwiele und die Umwandlung von Pigmentvorstufen in Melanin – entstehen jedoch durch UV-B-Strahlen. Besser geschützt ist also, wer im Frühling langsam und vorsichtig draußen vorbräunt.

Irrtum 2: Sonnenbrand ist die Vorstufe zu einer goldbraunen Haut

Das stimmt nicht. Ein Sonnenbrand hat nichts mit Bräunung zu tun. Bei der Rötung handelt es sich um eine akute Hautschädigung, die Sie auf jeden Fall vermeiden sollten. Sonnenbrände – vor allem die, die in der Kindheit passieren – sind ein nachgewiesener Risikofaktor für Hautkrebs. Laut neuesten Studien ist das Risiko um bis zu 80 Prozent erhöht, wenn man als Jugendlicher fünf oder mehr schwere Sonnenbrände hatte.

Irrtum 3: Braune Haut ist gesund.

Auch das ist nicht richtig. Die Rede von „gesunder“ brauner Haut ist ein Mythos. Die Bräunung der Haut ist ein Schutzmechanismus. Sie ist eine Reaktion auf Schäden, die die UV-Strahlung bereits in der Haut verursacht hat. Die Haut bildet dann den dunklen Farbstoff Melanin – dieser ordnet sich schützend um den Zellkern an.  

Schon in geringer Dosis verursacht UV-Strahlung eine Schädigung das Erbgut in den Hautzellen. Wenn mehr geschädigt wird als die zelleigenen Reparaturmechanismen wieder beseitigen können, bleibt der Erbgutschaden erhalten. Bei der Zellteilung wird er dann an alle Tochterzellen weitergegeben – auf diese Weise entsteht Hautkrebs.

Irrtum 4: Kleidung schützt zu 100 Prozent vor Sonnenbrand.

Das kommt auf das Material der Kleidung an. Ein weißes Baumwoll-T-Shirt, das noch dazu nass ist, lässt beispielsweise eine recht große Menge an schädlichen UV-Strahlen durch. Darunter kann man also auch einen Sonnenbrand bekommen. Dennoch gilt: Kleidung ist der beste Schutz. Tragen Sie Kleidungsstücke aus dicht gewebten, künstlichen Stoffen in kräftigen oder dunklen Farben und achten Sie darauf, dass sie nicht nass sind. Besonders für Kinder eignen sich spezielle Textilien mit UV-Schutz.

Irrtum 5: Mehrmaliges Eincremen mit Sonnencreme verlängert die Schutzzeit.

Das ist falsch. Mehrmaliges Eincremen verlängert die Schutzzeit nicht. Wie lange die Haut vor Sonnenschäden geschützt ist, hängt vom Lichtschutzfaktor (LSF) der Sonnencreme und vom Hauttyp ab. Ein Beispiel: Empfindliche Haut rötet sich ohne Schutz schon nach zehn Minuten. Wird ein Sonnenschutzmittel mit LSF 10 aufgetragen, verlängert sich diese Zeit um das Zehnfache. Man kann sich also etwa eineinhalb Stunden sonnen. Wer sich mehrfach eincremt, hält diesen Schutz zwar aufrecht, kann aber nicht länger in der Sonne bleiben, ohne Schäden zu riskieren. Tipp: Am besten ist es, schon nach zwei Drittel der Zeit in den Schatten zu wechseln.

Irrtum 6: Wasserfeste Sonnencremes muss man nach dem Baden nicht neu auftragen.

Auch eine wasserfeste Sonnencreme sollte immer wieder neu aufgetragen werden. „Wasserfest“ bedeutet nur, dass die Creme nicht so schnell abgespült wird. Doch auch hier geht der Schutz beim Baden teilweise verloren. Beim Abtrocknen mit einem Handtuch wird das Mittel zusätzlich entfernt. Deshalb ist es auch bei wasserfesten Produkten wichtig, sich nach dem Baden erneut reichlich einzucremen.

Irrtum 7: Im Wasser bekommt man keinen Sonnenbrand.

Diese Annahme ist nicht nur falsch, es gilt sogar das Gegenteil. Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen. Ihre Wirkung wird so also noch verstärkt. Außerdem dringen die Strahlen bis zu einem halben Meter unter die Wasseroberfläche. Hinzu kommt: Das Wasser kühlt die Haut, sie überhitzt nicht und Sonnenschäden werden oft erst zu spät erkannt.

Irrtum 8: Im Schatten braucht man keinen Sonnenschutz.

Das stimmt nicht. Auch im Schatten kann man einen Sonnenbrand bekommen. Das gilt insbesondere für empfindliche Menschen mit heller Haut. Denn die Sonnenstrahlen werden vom Wasser, von Gebäuden oder vom Boden reflektiert. Ein Teil der Strahlung gelangt auch durch Sonnenschirme oder Wolken bis zur Haut. Es ist deshalb sinnvoll, sich auch dann einzucremen, wenn man sich im Schatten aufhält.

Irrtum 9: Wer mit Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor eingecremt ist, wird nicht braun.

Das ist ein Mythos. Auch wer Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwendet, wird braun. Man bräunt lediglich langsamer und damit auch sanfter. Ein Vorteil: Die so erworbene Bräune hält länger an.

Irrtum 10: Ausführliches Sonnenbaden ist gut für den Vitamin-D-Haushalt

Es stimmt, dass die UV-B-Strahlung der Sonne bewirkt, dass sich körpereigenes Vitamin D bildet. Lange Sonnenbäder sind dafür allerdings nicht erforderlich. Maßvolle Aufenthalte in der Sonne genügen laut Experten. Konkret bedeutet das: Für den körpereigenen Vitamin-D-Haushalt recht es aus, Gesicht, Arme und Hände unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal wöchentlich der Sonne auszusetzen – und zwar für die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Wie lange das ist, hängt von Hauttyp und Hautdicke ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.03.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebshilfe e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention
  • Pressemitteilung des Bundesamts für Strahlenschutz: Mythen und Tipps zum Schutz vor UV-Strahlung
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