Windpocken (Varizellen)

Windpocken (Varizellen) sind eine akute Infektionskrankheit, bei der sich juckende Bläschen auf der Haut und den Schleimhäuten bilden. Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion – also durch Husten und Niesen – übertragen wird. Der Erreger kann auch einige Meter weit durch die Luft getragen werden („Wind“pocken). Deshalb sind Windpocken auch sehr ansteckend. Eine ausgeheilte Erkrankung führt zur lebenslangen Immunität gegen Windpocken.
Nach Abheilung der Krankheit können Viren unbemerkt im Körper überleben und in späteren Jahren als Zweitinfektion eine Gürtelrose verursachen. Eine Varizelleninfektion einer nicht immunen Mutter während der Schwangerschaft kann zu schweren Schädigungen des Fötus, beispielsweise am Nervensystem, führen.

Symptome

Erste Symptome treten zwischen 12 und 21 Tagen nach der Infektion auf. Neben leichtem Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen können sich dabei am ganzen Körper, besonders an Rumpf und Kopf, kleine rote Flecken bilden, die innerhalb von Stunden zu reiskorngroßen Bläschen werden. Über mehrere Tage können diese Bläschen aufbrechen. Ältere Bläschen trüben ein und verkrusten. Während des Krankheitsverlaufs kann die Haut bunt gesprenkelt aussehen, da sich die Hauterscheinungen in unterschiedlichen Stadien befinden können. Auch die Schleimhäute sind manchmal von dem Ausschlag betroffen.

Probleme bereitet der Juckreiz, den die Bläschen verursachen. Werden die Bläschen nicht aufgekratzt, heilen Windpocken meist nach zwei bis drei Wochen ohne Narben ab. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit meist schwerer mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Mögliche Komplikation ist eine Gehirnentzündung.

Impfung

Vor Windpocken kann eine Impfung schützen. Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt laut Impfplan die Impfung für alle Kinder zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat. Entweder sollte die Impfung gleichzeitig mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) oder frühestens vier Wochen danach erfolgen. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die noch keine Windpocken gehabt haben, geimpft werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.02.2011
  • Autor/in: Dr. med. Silke Rose, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; Dr. med. Patricia Hänel, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung; Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • O. Braun-Falco, G. Plewig, H. Wolff: Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag 1997
  • E. Jung: Dermatologie, Hippokrates Verlag 1991
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