Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt eine Reihe von Früherkennungs- und Vorsorgemaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen. Die Eltern bekommen gleich nach der Geburt des Kindes im Krankenhaus oder beim Kinderarzt ein Untersuchungsheft für Kinder, in dem genau aufgelistet wird, wann welche Vorsorgeuntersuchungen anstehen.

U-Untersuchungen

Alter: von der Geburt bis zum Alter von 10 Jahren
Geschlecht: Mädchen und Jungen
Häufigkeit: die Früherkennungsmaßnahmen bei Kindern in den ersten zehn Lebensjahren umfassen insgesamt zwölf Untersuchungen (U1 bis U11). Die erste Untersuchung wird unmittelbar nach der Geburt vorgenommen. Die körperliche und die geistige Entwicklung des Kindes werden bei den Untersuchungen geprüft.

Wenn die U-Untersuchungen nicht in den empfohlenen Zeiträumen durchgeführt werden, darf die Rechnung als IGeL-Leistung abgerechnet werden – das heißt, dass die Eltern diese Untersuchungen dann selbst bezahlen müssen.

J-Untersuchungen

Alter: im Alter von 11 bis 17 Jahren
Geschlecht: Mädchen und Jungen
Häufigkeit: zwei Untersuchungen
Zwei Untersuchungen (J1 und J2) sollen körperliche und seelische Entwicklungsstörungen beziehungsweise Verhaltensstörungen erfassen.

Im Einzelnen beinhalten die Vorsorgeuntersuchungen:

U1: direkt nach der Geburt

Untersuchung unter anderem von Herz und Lunge, Sauerstoffgehalt des Blutes, Hautfarbe, Muskelspannung und Reflexen

U2: 3. bis 10. Lebenstag

Erste Grunduntersuchung von Kopf bis Fuß – unter anderem der Organe, Geschlechtsteile, Haut, Knochen, des Nervensystems, Hüftgelenks und, Stoffwechsels.

U3: 4. bis 5. Lebenswoche


Untersuchung unter anderem von Körperfunktionen, Hörvermögen, Bewegungsverhalten, Ernährungszustand und Gewicht. In der Regel ist dies die erste Untersuchung des Babys in der Praxis eines niedergelassenen Arztes.

U4: 2./3. bis 4. Lebensmonat

Gründliche Untersuchung – unter anderem von Organen und Geschlechtsteilen, Hör- und Sehvermögen, Fontanelle, der allgemeinen Beweglichkeit und des Reaktionsvermögens. Zudem erfolgt die erste Impfung.

U5: 6. bis 7. Lebensmonat

Überprüfung unter anderem der Beweglichkeit und Körperbeherrschung, des Hör- und Sehvermögens, gegebenenfalls Wiederholungsimpfung.

U6: mit 1 Jahr
Untersuchung unter anderem der Körperfunktionen, der Beweglichkeit und der Körperbeherrschung sowie Hinweise zur Zahnpflege, MMR - Impfung, gegebenenfalls Wiederholungsimpfung.

U7: mit 2 Jahren

Die so-genannte Zweijahres-Untersuchung: unter anderem Überprüfung der geistigen Entwicklung, MMR -und Wiederholungsimpfung.

U7a: mit 3 Jahren

Zur Früherkennung von Krankheiten bei Kleinkindern wird seit 2008 ein zusätzlicher Vorsorge-Termin von den Kassen erstattet. So steht den Kindern nun ab der Geburt jährlich mindestens ein Vorsorge-Check beim Arzt zu. Bei der U7a stehen Verhaltensauffälligkeiten, allergische Erkrankungen, Übergewicht und Sprachentwicklungsstörungen sowie Zahn-, Mund- und Kieferanomalien im Vordergrund.

U8: mit 4 Jahren


Kontrolle der Funktionstüchtigkeit der Organe, des Hör- und Sehvermögens, der Sprachentwicklung und Körperbeherrschung. Außerdem wird der Urin untersucht und der Blutdruck gemessen.

U9: mit 5 Jahren

Umfangreiche Prüfung von Kopf bis Fuß: Organfunktionen, Seh- und Hörvermögen, grob- und feinmotorische Entwicklung, Körperhaltung, geistige, seelische und soziale Entwicklung, Sprachvermögen Prüfung des Impfpasses auf Vollständigkeit.

U10: mit 7 bis 8 Jahren

Erkennen von Entwicklungs- und Verhaltensstörungen wie ADHS. Nicht alle Krankenkassen zahlen diese Untersuchung – bitte informieren Sie sich vorher.

U11: mit 9 bis 10 Jahren

Untersuchungen von Schulleistungsstörungen, Störung im Sozialverhalten, Anomalien im Mund und Kieferbereich, Förderung von gesundheitsbewusstem Verhalten, Prävention von Suchtverhalten. Auch diese Untersuchung wird nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Bitte erkundigen Sie sich vor der Untersuchung bei Ihrer Krankenkasse.

J1: mit 12 bis 14 Jahren

Check der körperlichen und geistigen Gesundheit: Größe, Gewicht, Blut, Harn, Impfstatus, Zustand der Organe, des Skelettsystems, der Sinnesfunktionen Vertrauensgespräch zu Sexualität und Verhütung, Drogenmissbrauch, Rauchen.

J2: mit 16 bis 17 Jahren

Erkennen von Pubertäts- und Sexualstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Hilfe zur Diabetes Prävention, Erkennen von Schilddrüsenerkrankungen und Haltungsschäden.

Weitere Links:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
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    Internet: www.bzga.de
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.die-gesundheitsreform.deGemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
  • Richtlinien zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres