Sauberkeit und Hygiene

Um die Ausbreitung von Krankheitserregern einzudämmen, ist sorgfältige Hygiene unersetzlich. Übertriebene Sauberkeitsmaßnahmen im Alltag können dagegen Krankheiten den Weg bereiten.

Hände waschen © Thinkstock
Vermutet hatten Wissenschaftler das bereits seit Längerem: Kinder, die in möglichst keimfreier Umgebung aufwachsen, haben später ein höheres Risiko, Krankheiten zu bekommen, die auf einer Überreaktion des Immunsystems beruhen – etwa Asthma, Neurodermitis und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Ein Team von deutschen und US-Forschern hat diese These vor Kurzem in einer Studie bestätigt.

Bereits frühere Untersuchungen hatten aufgedeckt, dass Kinder, die auf dem Bauernhof mit Tieren aufwachsen und häufig im Stall sind, seltener Allergien entwickeln als Stadtkinder. Etwas Schmutz könnte also durchaus gesund sein und die Abwehrkräfte in die richtige Richtung trainieren, interpretieren Experten diese Studien. Für Mütter bedeutet das ganz einfach: Spielen mit Erde, auf Wiesen und im Wald – also etwas Schmutz und weniger Hygiene – ist für die Gesundheit der Kinder wichtig.

Hygienemaßnahmen bei Grippe und Erkältung

Anders sieht es mit Hygiene jedoch aus, wenn ansteckende Krankheiten wie Grippe und Erkältung grassieren. Um eine Infektion zu vermeiden, ist dann sorgfältige Hygiene wichtig. Das bedeutet nicht, dass Sie Türklinken, Haltegriffe und Tastaturen desinfizieren und jeden Händedruck vermeiden müssen. Allerdings sollten Sie danach nicht mit den Händen ins Gesicht fassen und sich erst die Hände waschen.

Hände richtig waschen

Mit kurz mal die Hände unters Wasser halten ist es jedoch nicht getan: Lassen Sie viel warmes Wasser über Ihre Hände laufen, reiben Sie die Handinnen- und -außenflächen mit Seife ein, auch zwischen den Fingern. Säubern Sie Ihre Fingernägel mit einem Bürstchen unter fließendem Wasser. Spülen Sie die Seife gründlich ab. Trocknen Sie danach die Hände gut ab, auch in den Fingerzwischenräumen. Dabei werden Krankheitserreger mechanisch entfernt.

Notfalls ein Desinfektionsmittel zur besseren Hygiene

Händewaschen ist nicht nur bei Grippe und Erkältung eine der wichtigsten Hygienemaßnahmen. Auch bei ansteckenden Darminfektionen wie dem Norovirus raten Experten zu regelmäßigem Händewaschen – vor dem Essen, vor und nach dem Toilettengang. Wer besonders sicher gehen will, benutzt außerdem ein Händedesinfektionsmittel, das die Keime chemisch abtötet. Die Angst, dadurch eine Resistenz der Viren und Bakterien zu fördern, ist unbegründet.

Hygiene schützt vor Salmonellen

Weil Hände das wichtigste Glied in der Infektionskette sind, ist ihre sorgfältige Reinigung so sinnvoll. Daneben gibt es jedoch auch Krankheitserreger, mit denen man sich über die Nahrung anstecken kann, wie beispielsweise Salmonellen. Vor allem Eier, Geflügel, Hackfleisch, Mayonnaise, Fisch und Meeresfrüchte können damit belastet sein. Um das Risiko einer Salmonelleninfektion zu vermeiden, ist nicht nur Händewaschen wichtig, sondern auch die richtige Lagerung und Verarbeitung der Lebensmittel. Was Sie dazu wissen müssen:

Tipps gegen Salmonellen

Lagern Sie die genannten Lebensmittel im Kühlschrank. Bei Temperaturen unter sieben Grad vermehren sich Salmonellen nicht mehr. Abgetötet werden sie durch Kälte übrigens nicht, auch Temperaturen von -20 Grad Celsius überleben die Krankheitserreger.

Achten Sie auf sorgfältige Hygiene bei der Verarbeitung. Dazu gehört: Auftauwasser von Tiefgefrorenem sofort wegzuschütten sowie Arbeitsplatte und Brett nach der Verarbeitung gründlich mit heißem Wasser zu reinigen.

Garen Sie Lebensmittel wie Hackfleisch, Eier und Fisch am besten immer gründlich durch. Temperaturen ab 70 Grad Celsius aufwärts töten die Bakterien ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.10.2012
  • Autor/in: Monika Preuk, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Study: Microbial Exposure During Early Life Has Persistent Effects on Natural Killer T Cell Function: http://www.sciencemag.org/content/336/6080/489.abstract, April 2012
  • Mit Material der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), September 2012