Lexikon Impfen

  • Gabe von abgetöteten oder abgeschwächten Krankheitserregern, die im Körper zur Bildung von Antikörpern führt. Die aktive Immunisierung führt (manchmal erst nach mehrmaligem Impfen) zu einer langen, oft lebenslangen Immunität gegen diesen Krankheitserreger. Die aktive Immunisierung kann als Spritze, Schluckimpfung, über die Nase oder die Haut erfolgen.
  • Substanz, die das Immunsystem als fremd erkennt. Dabei kann es sich um Mikroorganismen oder Teile von ihnen handeln, aber auch um einzelne Moleküle. Antigenkontakt führt zur Aktivierung von Abwehrzellen und zur Bildung von Antikörpern.
  • Bestandteile des körpereigenen Immunsystems, die von speziellen weißen Blutzellen (B-Zellen) gebildet werden. Antikörper (Immunglobuline) sind in der Lage, bestimmte „körperfremde“ Strukturen (Antigene) auf der Oberfläche von Zellen zu erkennen und daran anzudocken. Dadurch sind diese Zellen markiert und sichtbar für die Killerzellen des Immunsystems.
  • Wiederholung einer Impfung nach abgeschlossener Grundimmunisierung, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten.
  • Mikroorganismen, die aus einer Zelle bestehen. Die Vermehrung erfolgt durch Zellteilung. Es gibt zahlreiche Familien und Gattungen von Bakterien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Bakterien sind häufige Krankheitserreger.
  • Kommt der Körper mit einem Krankheitserreger ein zweites Mal in Kontakt, so erfolgt die Immunreaktion viel stärker als beim ersten Kontakt. Dieser Effekt wird bei Auffrischungsimpfungen ausgenutzt, um die Immunantwort zu verstärken.
  • Das Ausgesetztsein gegenüber Umweltfaktoren wie Krankheitserregern, Strahlen, Temperatur usw.
  • Vorbeugende Maßnahme, um Kontakt mit bestimmten (schädlichen) Einflüssen zu vermeiden. So können z. B. Infektionen durch bestimmte Hygienemaßnahmen oder der Meidung infizierter Personen verhindert werden. Des weiteren können infektiöse Gegenstände desinfiziert oder bestimmte Gegenden gemieden werden. Die Kleidung kann so gewählt werden, dass Krankheitsüberträger (z. B. Insekten) die Haut nicht erreichen können.
  • Ständiges Vorkommen einer Krankheit in einem Gebiet, z. B. Kropf (Jodmangelstruma), FSME.
  • Zeitlich und örtlich begrenztes verstärktes Auftreten einer bestimmten Krankheit, in der Regel einer Infektionskrankheit (z. B. Grippeepidemie).
  • Erreichen eines vollständigen Impfschutzes gegenüber einer Infektionserkrankung durch das Durchführen der empfohlenen Impfungen zum richtigen Zeitpunkt.
  • Reaktion des Immunsystems auf Antigene. Man unterscheidet die primäre Immunantwort (beim ersten Kontakt mit dem Antigen) von der sekundären Immunantwort (bei erneutem Antigenkontakt). Die sekundäre Immunantwort setzt schneller ein und ist stärker (siehe Booster-Effekt). Bei der Immunantwort können Antikörper oder auf das Antigen spezialisierte Abwehrzellen gebildet werden.
  • Unempfindlichkeit des Körpers gegen bestimmte Krankheitserreger, Antigene oder Gifte. Immunität ist entweder angeboren oder erworben durch Kontakt mit den Krankheitserregern oder durch Impfung.
  • Körpereigenes Abwehrsystem, das mittels spezieller Eiweißstoffe und Abwehrzellen vor Fremdstoffen oder -organismen schützt.
  • Medizinischer Grund für eine Impfung.
  • Zeitraum und Stärke der Immunität eines Organismus nach einer Schutzimpfung. Bei der passiven Immunisierung ist der Impfschutz meist auf wenige Wochen bis Monate begrenzt. Bei der aktiven Immunisierung ist der Impfschutz länger, oft lebenslang. Manche Impfungen schützen nicht vollständig gegen die Erkrankungen, man spricht dann vom teilweisen Impfschutz.
  • Impfung für Risikogruppen aufgrund eines individuellen, nicht beruflichen erhöhten Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisikos oder zum Schutz Dritter (hierzu gehören auch Reiseimpfungen).
  • Eindringen von Mikroorganismen (z. B. Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) in den Körper.
  • Im medizinischen Sinne Personen, die engeren Kontakt mit einer an einer Infektion erkrankten Person haben. Kontaktpersonen tragen das Risiko, sich mit dieser Infektion anzustecken. Bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Tuberkulose) müssen Kontaktperson medizinisch beobachtet, ggf. geimpft oder sogar isoliert werden.
  • Impfstoff zur aktiven Immunisierung aus lebenden, aber abgeschwächten Mikroorganismen. Die Mikroorganismen können durch Hitze oder chemische Stoffe vermehrungsunfähig gemacht werden, behalten aber die wichtigen Erkennungsmerkmale, gegen die das Immunsystem Antikörper bilden kann.
  • Ausbreitung einer Epidemie auf mehrere Länder oder Kontinente.
  • Verabreichung von Antikörpern gegen ein Antigen, die von einem anderen Organismus oder gentechnisch hergestellt wurden. Vorteil: Die Abwehrstoffe stehen sofort zur Verfügung und müssen nicht erst vom Körper gebildet werden. Nachteil: relativ kurze Wirkdauer.
  • Impfung nach Kontakt mit infizierten Personen, die die weitere Ausbreitung einer Infektionskrankheit verhindern soll
  • Vorbeugung; vorbeugende Maßnahme;
  • Wissenschaftliches Institut mit den Aufgaben, das Auftreten von Krankheiten und Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung zu beobachten, daraus erforderliche Maßnahmen abzuleiten und zu begründen sowie gentechnische Arbeiten und umweltmedizinische Einflüsse zu bewerten. Das RKI erfüllt zahlreiche Aufgaben für das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS).
  • Erzeugung einer Immunität durch Gabe von lebenden, abgeschwächten oder toten Mikroorganismen oder von inaktivierten krankheitserregenden Giftstoffen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten.
  • Erkrankung vieler Menschen an der gleichen Infektionskrankheit. Formen sind die Epidemie, Endemie und Pandemie.
  • Expertenkommission am Robert-Koch-Institut, die in regelmäßigen Abständen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur Impfung abgibt
  • Ein Impfstoff, der chemisch so behandelt wurde, dass die Krankheitsauslöser weder die jeweilige Krankheit auslösen noch sich vermehren können
  • Impfung von nicht oder nicht vollständig geimpften Personen in Gemeinschaftseinrichtungen, wenn eine Infektionskrankheit ausgebrochen ist. Diese Impfung soll der weiteren Ausbreitung der Krankheit "einen Riegel vorschieben".
  • Impfstoff
  • Historisch die Bezeichnung für Kuhpockenimpfung, seit Pasteur (1881) Bezeichnung für Schutzimpfungen.
  • Mikroorganismus, der zum Wachstum und zur Vermehrung andere Organismen braucht. Das Virus dringt in die sog. Wirtszellen ein und benutzt deren Enzyme, um sich zu vermehren. Viren sind häufige Krankheitserreger.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.02.2011
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; Dr. med. Patricia Hänel, Ärztin und Medizinjournalistin
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