Impfungen bei speziellen Risiken

Verschiedene Infektionen treffen nur bestimmte Personen oder treten nur in bestimmten Gebieten auf. Daher ist ein Impfschutz nur dann erforderlich, wenn ein besonderes Risiko besteht, sich zu infizieren.

Beispiele für derartige Erkrankungen sind:

Tuberkulose:

Tuberkulosebakterien werden über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) übertragen. Die Erkrankung betrifft die Lunge, kann aber auch auf andere Organe übergreifen. Sie verläuft chronisch und ist nur schwer zu heilen. Infektionsgefährdete Personen sind enge Kontaktpersonen von an offener (das heißt infektiöser) Tuberkulose Erkrankten, Personen mit einer unzureichend behandelten früheren Tuberkulose, HIV-Infizierte und Patienten mit immunschwächenden Krankheiten oder Behandlungen.

Da in Deutschland keine große Gefahr besteht, sich mit Tuberkulose anzustecken, wird eine Impfung mit dem derzeit verfügbaren Impfstoff von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) nicht empfohlen.

Tollwut:

Tollwut wird durch Bissverletzungen von infizierten Tieren (zum Beispiel Füchse, Weidetiere, Hunde und Katzen) auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung führt unbehandelt zum Tod. Bei Verdacht auf eine Infektion kann eine passive Impfung durchgeführt werden. Eine aktive Impfung wird vor allem Personen empfohlen, die mit Wildtieren Kontakt haben (etwa Jäger, Tierärzte, Forstpersonal). Daneben sollten sich aber auch alle impfen lassen, die in Länder mit Tollwutrisiko reisen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):

FSME wird durch Viren verursacht, die von Zecken übertragen werden. Nur Zecken in bestimmten Gebieten sind mit FSME infiziert. Neben allgemeinen Maßnahmen gegen Zeckenbisse (zum Beispiel lange Kleidung, Kopfbedeckung) sollten sich Personen, die in Risikogebieten leben oder in solche reisen, gegen FSME impfen lassen.

Hepatitis A:

Hepatitis A ist eine relativ häufige, aber meist harmlos verlaufende infektiöse Gelbsucht – eine Virusinfektion der Leber. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Kontakt- und Schmierinfektion, häufig durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel. Für einen bestimmten Personenkreis wird die Hepatitis-A-Impfung empfohlen – zum Beispiel für Personal in medizinischen Einrichtungen oder Kinderbetreuungsstätten, Kanalisations- oder Klärwerksarbeiter und chronisch Leberkranke.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Dr. med. Silke Brüggemann, MSc, Fachärztin für Orthopädie und Medizinjournalistin; Dr. med. Patricia Hänel, Ärztin und Medizinjournalistin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • Paul-Ehrlich-Institut
  • Centrum für Reisemedizin