Impfungen – die sieben häufigsten Irrtümer

Rund um das Thema Impfungen kursieren viele Mythen – zum Beispiel „Die Wirksamkeit von Impfungen wurde nie nachgewiesen“ oder „Impfungen verursachen Autismus“. Diese Behauptungen verunsichern viele Menschen – vor allem Eltern. Hier finden Sie Antworten auf die sieben häufigsten Impf-Irrtümer.

Mädchen wird geimpft © Thinkstock

1. Die Wirksamkeit von Impfungen wurde nie belegt.

Wäre dies der Fall, dürften Impfstoffe gar nicht auf dem Markt sein. Denn die Wirksamkeit muss laut geltendem Arzneimittelrecht mithilfe experimenteller und klinischer Studien nachgewiesen werden – nur dann bekommt der Impfstoff eine Zulassung. Auf EU-Ebene ist für die Überprüfung der Wirksamkeitsnachweise die Europäische Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) verantwortlich, in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut.

2. Die Existenz keines der Erreger, gegen die geimpft wird, wurde bisher bewiesen.

Das stimmt nicht. Denn ohne Erreger gäbe es auch keine Impfung: Als Basis für die Impfstoffe dienen abgeschwächte oder inaktivierte Krankheitserreger oder Bestandteile davon. Für manche Impfstoffe werden auch nah verwandte Erregerstämme verwendet. Gäbe es kein spezifisches Wissen über einen Krankheitserreger, wäre also auch keine Impfstoffentwicklung möglich.

3. Für die normale Entwicklung eines Kindes ist es wichtig, Krankheiten durchzumachen.

Bis heute gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass sich Kinder, die nicht geimpft sind, körperlich oder geistig besser entwickeln als geimpfte Kinder. Schutzimpfungen gibt es lediglich gegen ein paar wenige besonders gefährliche Erreger – mit vielen hundert anderen Erregern muss sich also auch das Immunsystem geimpfter Kinder jeden Tag auseinandersetzen. Zudem trainiert auch die Impfung selbst das Immunsystem. Dagegen kann eine Infektion die Entwicklung eines Kindes verzögern – außerdem sind gesundheitliche Komplikationen bis hin zum Tod möglich.

4. Zu früh durchgeführte Impfungen stellen für Kinder vermeidbare Risiken dar.

Babys werden gegen einige Erkrankungen bereits nach dem zweiten Lebensmonat geimpft, da bestimmte Infektionen bei ihnen schwerer verlaufen als bei älteren Kindern. Für die Annahme, Säuglinge würden Impfungen schlechter vertragen als ältere Kinder, gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Außerdem werden längst nicht alle Impfungen so früh verabreicht. Die Impfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln sowie gegen Meningokokken bekommen Kinder erst ab elf Monaten.

5. Impfungen lösen Autismus aus.

Der Mythos, Impfungen könnten zu Autismus führen, hält sich hartnäckig. Verantwortlich dafür ist eine kleine Studie mit nur zwölf Kindern, die der britische Arzt Andrew Wakefield Ende der neunziger Jahre durchgeführt hat. Dabei behauptete er, die Mumps-Masern-Röteln-Impfung (MMR) könne Autismus begünstigen. Später kam heraus: Wakefield bekam im Vorfeld der Studie Geld von Anwälten, die Eltern autistischer Kinder vertraten. Diese suchten nach Verbindungen zwischen der Impfung und Autismus, um die Hersteller des Impfstoffs verklagen zu können. 2010 verlor der Arzt in Großbritannien seine Zulassung. Mehrere größere Studien zeigten unterdessen keinen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus.

6. Impfstoffe enthalten gefährliche Chemikalien, mit denen die Kinder wissentlich vergiftet werden.

Einige Impfstoffe enthalten Aluminium, Phenol, Formaldehyd oder Quecksilber. Allerdings sind die Konzentrationen äußerst gering – sie liegen weit unterhalb der toxikologischen Grenzwerte. Von einer wissentlichen Vergiftung kann also nicht die Rede sein. Formaldehyd dient zum Beispiel dazu, Impfviren abzutöten, Phenol sorgt für die Haltbarkeit des Impfstoffs und Aluminiumhydroxid verstärkt die Immunantwort. Der vor einiger Zeit vermutete Zusammenhang zwischen dem in manchen Impfstoffen enthaltenen Quecksilber und bestimmten Krankheiten konnte wissenschaftlich nicht belegt werden. Dennoch reagierten die Pharmahersteller: Inzwischen gibt es für alle generell empfohlenen Schutzimpfungen auch quecksilberfreie Impfstoffe.

7. Die vielen Impfungen und Mehrfachimpfstoffe überlasten das kindliche Immunsystem.

Zwar erhalten Kinder heute gegen mehr Krankheiten Impfungen als früher, die Zahl der übertragenen Antigene hat jedoch deutlich abgenommen. So steckten beispielsweise früher allein im Keuchhusten-Impfstoff etwa 3.000 Antigene – heute sind es in allen Schutzimpfungen zusammen nur 150. Auch gibt es keine Hinweise darauf, dass das Immunsystem durch Mehrfachimpfstoffe überlastet wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen
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