Tauchen

Tauchen ist ein beliebter Sport. An den meisten Urlaubsstränden befindet sich eine Tauchbasis. Sie können einzelne Tauchgänge oder auch ganze Tauchkurse gleich von zu Hause aus entweder über das Reisebüro oder über einen Tauchshop buchen.

Taucher © Thinkstock
Wer gesund ist, regelmäßig Sport treibt und keine Angst vor dem Wasser hat, für den kann das Tauchen ein echtes Erlebnis sein. Allerdings sollten Sie sich vor Ihrer Reise einer tauchsportärztlichen Untersuchung unterziehen. Verantwortungsvoll geführte Tauchbasen verlangen vor dem Tauchen ein entsprechendes Attest. Dieses Attest sollte nicht älter als ein Jahr sein.

Die tauchsportärztliche Untersuchung

Ihr Arzt führt in der Regel folgende Maßnahmen durch:
  • Eine Erhebung Ihrer kompletten Krankheitsvorgeschichte.
  • Eine Auswertung von bereits vorliegenden Röntgenbildern Ihrer Brustorgane aus den zurückliegenden zwei Jahren oder gegebenenfalls die Anfertigung neuer Aufnahmen, falls Sie vorher eine Erkrankung der unteren Luftwege hatten.
  • Eine Urin-, Blutzucker- und Blutbilduntersuchung sowie eine Blutsenkung.
  • Eine komplette körperliche Untersuchung. Dazu zählen Hals-, Nasen- und Ohrenbereich, Herz, Lunge sowie das Sehvermögen.
  • Ein Ruhe-EKG sowie ein Belastungs-EKG (Fahrradfahren auf einem Ergometer oder Kniebeugen)
  • Messung der Lungenfunktion: Hier prüft der Arzt die sogenannte Vitalkapazität, das heißt, das mobilisierbare Lungenvolumen sowie die Atemstoßstärke.

Wann Sie nicht tauchen sollten:

  • Erkältung, Ohrenentzündungen: Der Nasen- und Ohrenbereich muss frei sein, damit Sie beim Tauchabstieg durch den Druckausgleich den Innendruck im Mittelohr an den steigenden Außendruck anpassen können. Gelingt dies nicht, kann es beim Tauchen zu einem Barotrauma (Druckverletzung) kommen. Dabei wird das Trommelfell durch den steigenden Außendruck nach innen gedrückt und kann sogar reißen.
    Benutzen Sie auf keinen Fall Nasensprays oder -tropfen. Die Wirkung solcher Mittel kann unter Druck beim Tauchen schneller nachlassen als üblich und dies kann dann zum erneuten Anschwellen der Schleimhäute führen. Die Folge ist eine sogenannte Umkehrblockierung, das heißt, das Trommelfell wird durch den hohen Innendruck und den nachlassenden Außendruck nach außen gedrückt und kann ebenfalls reißen.
  • Lungenerkrankungen mit Einschränkungen der Lungenfunktion: Sporttauchen erfordert aufgrund der wechselnden Druckverhältnisse unter Wasser eine gesunde Lungenfunktion.
  • Herz-Erkrankungen: Besonders wenn Sie Herzrhythmusstörungen oder einen Herzschrittmacher haben. Die Druckauswirkungen könnten zu Komplikationen führen.
  • Schwangerschaft: Sie sollten am besten vom ersten Tag an nicht tauchen. Es liegen bisher nur rückwirkende Beobachtungen vor, die besagen, dass möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Missbildungen am Fötus nach Tauchgängen vorliegt. Aus diesem Grund sollten Schwangere nicht tauchen.
  • Alkohol: Wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben, sollten Sie von einem Tauchgang absehen.

Kinder und Tauchen

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie befinden sich körperlich und geistig im Wachstum. Dies sollten Sie beim Tauchen berücksichtigen. Viele Tauchorganisationen empfehlen das Gerätetauchen erst für Kinder ab acht Jahren.

Tauchen mit Behinderung

Nicht alle Behinderungen sprechen gegen das Tauchen. Je nach Art und Schwere der Behinderung ist Tauchen durchaus möglich. Informieren Sie sich am besten bei Behindertengruppen und -sportverbänden.

Fliegen nach dem Tauchen

Denken Sie daran: Damit Sie keine gesundheitlichen Probleme bekommen, sollten zwischen Ihrem letzten Tauchgang und einer Flugreise in Verkehrsflugzeugen 24 Stunden Zeit liegen. Bei mehreren Tauchgängen am Tag oder wenn es ein dekompressionspflichtiger Tauchgang war, sollten Sie mindestens 36 bis 48 Stunden warten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen