Sicher schwimmen und baden: Das sollten Sie beachten

Reisen ans Meer, an einen See oder Flusslauf versprechen Erholung und Vergnügen. Doch wer beim Baden gewisse Regeln nicht beachtet, kann seine Gesundheit aufs Spiel setzen.

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Das sollten Sie berücksichtigen, damit das Baden ein Vergnügen wird:

Achten Sie auf die Wasserqualität

Im Wasser können Parasiten, Bakterien, Viren, Pilze und auch andere bissige und giftige Tiere, beispielsweise Quallen oder Steinfische, vorkommen, die bei Kontakt die Gesundheit gefährden können. Informieren Sie sich sowohl vor der Reise über die Situation an Ihrem Reiseziel als auch vor Ort. Versuchen Sie beim Baden möglichst kein Wasser zu schlucken. Duschen Sie sich nach jedem Baden ab. Tragen Sie Badeschlappen – gerade in Schwimmbädern – das verhindert Fußpilz sowie Verletzungen durch spitze und scharfe Gegenstände.

Informieren Sie sich über Strömungen

In Gewässern, die in Bewegung sind, treten oft Strömungen auf. Die bekanntesten sind die sogenannten Gezeiten: Ebbe und Flut. Es gibt aber auch Oberflächenströmungen, Tiefenströmungen, Strudel und Sogwirkungen. Wirken auf den Badenden solche Kräfte ein, kann er in gefährliche Situationen geraten. Sie sollten sich vor Ort – entweder im Hotel, bei der Wasserwacht oder einer örtlichen Tauchbasis – über eventuelle Strömungen informieren.

Tiere im Wasser

Generell gilt: Tiere sind grundsätzlich nicht von sich aus aggressiv gegen den Menschen. Wenn Sie genügend Abstand zu Tieren halten und sie nicht berühren, kann in der Regel nichts passieren. Informieren Sie sich vor Ort vor dem Baden über die aktuelle Situation und verhalten Sie sich entsprechend.

Die wichtigsten Regeln beim Baden und Schwimmen:

  • Als ungeübter Schwimmer sollten Sie nicht zu weit hinausschwimmen – auch nicht mit Luftmatratze.
  • Springen Sie nicht in Gewässer, wenn Sie nicht wissen, wie tief es ist.
  • Kühlen Sie sich vor dem Baden ab.
  • Bleiben Sie immer in der Nähe anderer Schwimmer.
  • Beachten Sie Warnhinweise der Wasserwacht zu Unwetter, Sturm oder Strömungen.
  • Gehen Sie nicht direkt nach einer Mahlzeit oder alkoholisiert ins Wasser.
  • Achten Sie auf wasserfesten Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Sonnenlicht wird durch Wasser reflektiert und dadurch verstärkt.
  • Kinder sollten am und im Wasser immer beaufsichtigt werden.

Was Sie beachten sollten, falls ein Schwimmer in Not gerät:

Vor jeder Rettungsaktion muss Ihnen klar sein, ob Sie überhaupt in der Lage sind, eine Rettung durchzuführen. Vielfach überschätzen sich mögliche Retter und werden so zu weiteren Opfern. Falls Sie sich die Rettung nicht zutrauen, veranlassen Sie die Rettung durch andere Personen. Viele Strände haben Strandwachen. Ein Erste-Hilfe-Kurs vor der Reise ist eine gute Investition!

Gefährliche Situationen richtig einschätzen – das leise Ertrinken

Ertrinken ist der zweithäufigste Unfalltod. Der Grund: Die gefährliche Situation wird von anderen oft nicht erkannt, denn ein Ertrinkender ruft selten – wie oft in den Medien dargestellt – nach Hilfe oder paddelt panisch im Wasser. In der Regel befindet sich die Person senkrecht im Wasser, Mund und Nase sind unter der Wasseroberfläche. Die Person kann also gar nicht um Hilfe rufen, der Körper fokussiert sich auf die Atmung. Maximal 60 Sekunden kann sich ein Ertrinkender über Wasser halten, bevor er untergeht.

Warnhinweise sind: Seitlich ausgestreckte Arme, die auf die Wasseroberfläche drücken. Ein nach hinten geneigter oder sich unter Wasser befindlicher Kopf, geschlossene Augen oder eine beschleunigte Atmung. Häufig versuchen Ertrinkende, sich auf den Rücken zu drehen.

Grundsätzlich gilt: Eltern sollten vor allem dann achtsam werden, wenn sie ihre Kinder, die im Wasser spielen, nicht mehr hören. Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Person Hilfe braucht, sprechen Sie sie an. Wenn Sie keine Antwort erhalten, sollten Sie schnell handeln. Nach einer Rettung sollten Sie, wenn die Person beispielsweise stark hustet, erbricht oder blaue Lippen bekommt, einen Arzt rufen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2018
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen
  • WHO: infectious diseases and potentional risk for travellers, URL: http://www.who.int/ith/other_health_risks/infectious_diseases/en/ (abgerufen am 15.06.2018).
  • www.miamded.de (abgerufen am 15.06.2018).