Achtung, die beißt! Erste Hilfe bei Spinnenbissen

Der Biss einer giftigen Spinne ist selten. Oft sieht man in diesem Fall die Spinne selbst nicht und bemerkt nur die Symptome eines Bisses. Wenn das passiert, gilt es schnell zu handeln. 

Spinnennetz Urlaub © iStock
Giftige Spinnen kommen heute in Asien, insbesondere Indonesien, Malaysia, Pakistan, im Süden Nordamerikas, in Mittel- und Südamerika, im Süden Afrikas, in Australien sowie in den Ländern rund ums Mittelmeer vor. Trotzdem sind die Chancen, einer giftigen Spinne zu begegnen, recht gering. Spinnen sind scheue Tiere und verstecken sich meist vor Menschen.

Spinnenbisse sind höchst selten und können Sie vermeiden – wenn Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Dazu zählt vor allem, dass Sie sich vor Ihrer Reise über eventuelle Gefahren durch Spinnen informieren. Dasselbe sollten Sie nochmals vor Ort tun.

Vorsichtsmaßnahmen bei Spinnen

  • Achten Sie darauf, wohin Sie gehen. Vermeiden Sie unübersichtliche Stellen.
  • Spinnen bevorzugen Aufenthaltsorte wie Felsspalten, Lebensmittel (besonders Obst) oder dunkle Ritzen, deshalb sollten Sie nicht unbedacht irgendwo hineingreifen.
  • Einige Spinnen sind nachtaktiv. Inspizieren Sie gründlich Ihre Schlafstätte vor dem Zubettgehen.
  • Klopfen Sie Ihre Schuhe oder Stiefel vor dem Anziehen aus. Untersuchen Sie ihre Kleidung vorsichtig.
  • Lassen Sie keine Wäschestücke auf dem Boden liegen.

Symptome von Spinnenbissen

Spinnenbisse verursachen manchmal sehr starke Schmerzen und führen zu mittleren bis starken Schwellungen oder auch Blasenbildung am jeweiligen Körperteil (meist Hände, Arme und Beine). Auch Fieber und Krämpfe, Übelkeit und Erbrechen, Nierenprobleme und Kreislaufversagen sowie allergische Reaktionen können die Folge sein. In seltenen Fällen kann der Biss zum Tode führen. Dazu gehören Bisse der Wolfs- und Bananenspinne in Australien, Südafrika und Südamerika oder der Sydney-Trichternetzspinne.

Erste Hilfe nach einem Spinnenbiss

  • Stellen Sie den betroffenen Körperteil ruhig.
  • Versuchen Sie nicht, die Wunde auszusaugen, sondern waschen Sie die Wunde mit Wasser und Seife.
  • Im Zweifelsfall alarmieren Sie sofort einen Arzt oder bringen Sie den Gebissenen in ein Krankenhaus.
  • Die Kompressions-Immobilisationsmethode: Wenn innerhalb von 30 Minuten nach dem Biss einer extrem giftigen Spinne in Arm oder Bein keine ärztliche Hilfe möglich ist, sollten Sie die Blutzufuhr der Extremität verringern, indem Sie einem Kompressionsverband anlegen. Beginnen Sie von unten nach oben mit einer elastischen Binde zu wickeln. Allerdings darf dabei die Blutzufuhr nicht komplett unterbrochen werden, das heißt, der Puls muss weiterhin fühlbar sein. Eine Schienung und Ruhigstellung der Extremität ist ebenfalls empfehlenswert. Achtung: Diese Methode sollten Sie nur nach extrem giftigen Tierbissen anwenden, da die Nachteile einer solchen Behandlung gravierend sein können: Eine zu feste Bandage kann Schäden an der Extremität verursachen, nach Lösen der Bandage kann vermehrt Gift in den Körper einschwemmen und im Bereich der Bissstelle kann sich das Gift stark gewebezersetzend ausbreiten.
Wichtig: Merken Sie sich das Aussehen der Spinne
Wenn Sie die Spinne, die wahrscheinlich gebissen hat sehen, merken Sie sich die Art oder – wenn Sie sie nicht kennen – wie sie aussah. So kann der Arzt die Spinne identifizieren und den Biss entsprechend behandeln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen
  • Mayo Clinic: Spider bites, online unter: www.mayoclinic.org, (aufgerufen am 20.06.2018). Centers for Disease
  • Control and Prevention: venomous spider, online unter: www.cdc.gov (aufgerufen am 20.06.2018). Merck
  • Manual: Spider bites, online unter: www.merckmanuals.com (aufgerufen am 20.06.2018).