Schlangen

Je nach Reiseziel können Ihnen im Urlaub giftige Schlangen begegnen. Zwar sind Schlangenbisse recht selten, da diese Reptilien scheue Tiere sind, sie können aber – meist durch Unachtsamkeit – passieren. Je nach Schlangenart ist dann richtige und vor allem schnelle Erste Hilfe gefragt. Wichtig ist, dass Sie sich vor Ihrer Reise über mögliche Gefahren durch Schlangen informieren. Sie sollten unbedingt auch direkt vor Ort noch mal Erkundigungen einholen. Hier einige allgemeine Verhaltenstipps zur Vermeidung von Schlangenbissen:

Vorsichtsmaßnahmen bei Schlangen:

  • Tragen Sie kräftige, knöchelhohe Schuhe und lange Hosen. Laufen Sie niemals barfuß.
  • Treten Sie kräftig und hörbar auf.
  • Drehen Sie keine Steine oder Äste um. Dies sind bevorzugte Schlafplätze von Schlangen.
  • Vermeiden Sie unübersichtliche Stellen. Bleiben Sie stets auf übersichtlichen Wegen.
  • Untersuchen Sie vorsichtig Ihren Schlaf- oder Rastplatz vor der Benutzung.
  • Versuchen Sie nie, Schlangen in die Enge zu treiben oder gar zu fangen!

Je nach Schlangenart und Giftigkeit können nach einem Schlangenbiss folgende Symptome auftreten:

  • Schmerzen und Schwellung
  • Gewebeschäden an der Bissstelle
  • Lähmungserscheinungen
  • Muskelschmerzen
  • Blutungsneigung
  • Herz-Kreislauf-Störungen

Behandeln Sie jeden Schlangenbiss wie den einer giftigen Schlange:

  • Lagern Sie den Gebissenen stabil und stellen Sie den betroffenen Körperteil ruhig.
  • Decken Sie die Wunde ab. Kein Reiben oder Drücken! Wischen Sie die Bissstelle nicht ab, da sich aus der Flüssigkeit der Umgebung oft das Gift identifizieren lässt.
  • Sie dürfen die betroffene Stelle auf keinen Fall komplett abbinden, aufschneiden oder aussaugen.
  • Bewahren Sie Ruhe, Schlangenbisse sind nur selten tödlich.
  • Holen Sie sofort ärztliche Hilfe oder bringen Sie den Gebissenen direkt ins Krankenhaus. Das Opfer sollte liegend transportiert werden.
  • Merken Sie sich den Zeitpunkt des Bisses. Merken Sie sich, wenn möglich, wie die Schlange ausgesehen hat.
  • Die Kompressions-Immobilisationsmethode: Wenn innerhalb von 30 Minuten nach dem Biss einer extrem giftigen Schlange in Arm oder Bein keine ärztliche Hilfe möglich ist, sollten Sie die Blutzufuhr der Extremität verringern, indem Sie sie mit einem Kompressionsverband versorgen. Beginnen Sie, von unten nach oben mit einer elastischen Binde zu wickeln. Allerdings darf dabei die Blutzufuhr nicht komplett unterbrochen werden, das heißt, der Puls muss weiterhin fühlbar sein. Eine Schienung und Ruhigstellung der Extremität ist dann auch empfehlenswert.
    Eine allgemeine Empfehlung dieser Methode ist nicht sinnvoll und nur bei extrem giftigen Tierbissen anzuraten, da die Nachteile einer solchen Behandlung gravierend sein können: Eine zu feste Bandage kann Schäden an der Extremität verursachen, nach Lösen der Bandage kann vermehrt Gift in den Körper einschwemmen und im Bereich der Bissstelle kann sich das Gift stark gewebezersetzend ausbreiten.
  • Achten Sie auf einen intakten Tetanusschutz.
Info
Überlassen Sie die Anwendung von Schlangengift-Antiseren Ärzten oder speziell geschultem Personal!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen