Flugreisen

Wer eine Flugreise plant, sollte sich vorher über die Bestimmungen für Gepäck und Handgepäck informieren – um am Flughafen nicht unangenehm überrascht zu werden. Außerdem: Tipps, wie Sie typischen Flugbeschwerden vorbeugen.

Reise mit dem Flugzeug © iStock

Fliegen ohne Stress

Eine gute Planung verhindert unnötigen Stress und zusätzliche Kosten. Die Anreise zum Flughafen sollte daher zeitig verfolgen – online kann man bereits im Voraus einchecken. Prüfen Sie vor der Reise auch die Gepäckbestimmungen der Fluggesellschaft: Wie schwer darf Ihr Koffer sein? Wie viele und wie große Handgepäckstücke dürfen Sie mitnehmen?

Handgepäck im Flugzeug: Was soll hinein? Was darf hinein?

Diese Dinge sollten im Handgepäck sein: die Reisedokumente, Flugtickets, Reservierungsnachweise beispielsweise für das Hotel,  Bargeld (auch in der Währung am Zielort), Bankkarten, Handy und die wichtigsten Medikamente. Für den Fall, dass Ihr Koffer gar nicht oder zu spät am Zielort ankommt, sollten Sie ebenfalls im Handgepäck mitführen: eine Reisezahnbürste, Wechselwäsche und wenn Sie täglich bestimmte Präparate einnehmen müssen, genügend Medikamente.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gelten im Flugverkehr restriktivere Transportbestimmungen – auch für die Mitnahme von Medikamenten. Eine Reiseapotheke im normalen Gepäck bereitet grundsätzlich keine Probleme. Müssen Sie jedoch Medikamente im Handgepäck mitführen, gibt es Folgendes zu beachten:

Für jedes Medikament – egal ob flüssig, fest, Gel oder Spray – sollten Sie sich rechtzeitig vor der Abreise entsprechende Genehmigungen (zum Beispiel beglaubigte Rezept-Kopien) mit demselben Namen besorgen, der auf Ihrem Flugticket angegeben ist. Erkundigen Sie sich am besten vorher bei Ihrer Fluggesellschaft, welche Unterlagen Sie benötigen.

Denken Sie daran: Medikamente, die als Betäubungsmittel gelten, benötigen ein gesondertes Formular. Im Zweifelsfall sollten Sie mit Ihrer Fluggesellschaft Kontakt aufnehmen.

Flugangst

Bis zu 35 Prozent aller Deutschen leiden an Flugangst. Diese Angst kann sich vielfältig äußern: vom allgemeinen Unwohlsein, Übelkeit und Herzrasen bis hin zu Panikattacken. Auslöser von Flugangst können unter anderem Höhenangst, Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen), eine allgemeine Angst vor dem Unbekannten oder negative Erfahrungen mit dem Fliegen sein.

Die Flugangst kann lange vor dem Flug, aber auch erst während des Flugs einsetzen. Wenn Sie auf das Fliegen nicht verzichten wollen, dann können Ihnen entsprechende Seminare gegen Flugangst helfen. Viele Fluggesellschaften bieten entsprechende Kurse an. Psychologisch und flugtechnisch geschultes Personal bringt Ihnen bei, mit Ihrer Angst umzugehen und sie zu überwinden. Abschluss ist meist ein realer Flug im Passagierflugzeug.

Economy-Class-Syndrom – die Flugreise-Thrombose

Das sogenannte Economy-Class-Syndrom, die Flugreise-Thrombose, tritt besonders bei Langstreckenflügen auf. Durch den oft zu geringen Sitzabstand sind Passagiere über einen langen Zeitraum hinweg in ihrer Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt. Vor allem in den Beinen wird dadurch der Blutfluss behindert. Die Folge sind schwere Beine, es kann sich Flüssigkeit einlagern (Ödeme) und in ungünstigen Fällen sogar eine Thrombose entstehen. Mit verschiedenen Maßnahmen verringern Sie Ihr Thrombose-Risiko:

  • Stützstrümpfe: Durch die Strümpfe wird der Blutfluss zurück zum Herzen unterstützt, die Bildung von Ödemen wird verhindert. Stützstrümpfe erhalten Sie in Ihrer Apotheke.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegen Sie regelmäßig die Zehen oder Füße (die Gymnastik kann auch auf dem Sitzplatz gemacht werden) und laufen Sie – falls möglich – hin und wieder auf dem Gang auf und ab.
  • Bequeme, lockere Kleidung: Tragen Sie bequeme, lockere Kleidung, die den Blutfluss nicht behindert. Und kleiden Sie sich warm genug, denn durch die Klimaanlage kann es im Flugzeug kühl werden. 
  • Viel trinken, wenig essen: Sie sollten viel trinken – mindestens 100 Milliliter pro Stunde und vor allem kochsalzarme, alkoholfreie Getränke – und wenig essen, vor allem leicht verdauliche Speisen. 
Info
Personen, die besonders thrombosegefährdet sind, sollten unbedingt vor einer Flugreise mit Ihrem Arzt sprechen. Dazu zählen: Raucher, Schwangere, Übergewichtige, Patienten mit Blutgerinnungsstörungen, bösartigen Erkrankungen oder Herzinsuffizienz, Patienten, die schon einmal eine Thrombose hatten, Personen nach Operationen (besonders an den Beinen), ältere Menschen, die wenig trinken sowie Personen mit Erkrankungen, die mit einem erhöhten Flüssigkeitsverlust einhergehen (zum Beispiel Durchfallerkrankungen).

Jetlag durch die Zeitverschiebung

Als Jetlag bezeichnet man die Schwierigkeit, nach längeren Flugreisen mit der Zeitumstellung zurechtzukommen. Dies kann alle Altersgruppen treffen – egal ob mit oder ohne medizinische Probleme. Generell gilt:
  • Bei Flügen in westliche Richtung verschiebt sich die Zeit nach „hinten“. So ist es in Amerika – je nach Region – rund sechs Stunden später hell als in Deutschland. Um einen Jetlag zu verhindern, empfiehlt es sich, bereits ein paar Tage vor Reiseantritt später als normalerweise schlafen zu gehen, um sich allmählich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.
  • Bei Flügen in östliche Richtung verschiebt sich die Zeit nach „vorn“. Um einen Jetlag zu verhindern, sollte man am Zielort etwas früher zu Bett gehen, als gewohnt. Erfahrungsgemäß sind Flüge in Richtung Osten verträglicher als gen Westen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.06.2018
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Deutscher ReiseVerband: Fakten und Zahlen zum deutschen Reisemarkt 2006
  • Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen