Was soll ich tun? So helfen Sie, wenn jemand im Wasser in Not ist

Der Badesee lockt – ab ins Wasser. Doch wer nicht aufpasst, riskiert einen Badeunfall. Wie man im Notfall richtig reagiert. 

Einsamer Wasserball im See © Thinkstock
Jedes Jahr ertrinken Menschen. Todesfälle durch Ertrinken lassen sich vermeiden, wenn man die Gefahrensituation rechtzeitig erkennt und dann richtig handelt. Eine Anleitung.

Schritt 1: Gefahrensituation erkennen

Grundsätzlich gilt: Wenn eine Person im Wasser auffällig ruhig ist, sprechen Sie sie an. Wenn Sie keine Antwort erhalten, sollten Sie schnell handeln. Eltern sollten vor allem dann achtsam werden, wenn sie ihre Kinder, die im Wasser spielen, nicht mehr hören. Denn ein Ertrinkender ruft selten – wie in den Medien oft dargestellt – nach Hilfe oder paddelt panisch im Wasser. In der Regel befindet sich die Person senkrecht im Wasser, Mund und Nase sind unter der Wasseroberfläche.

Warnhinweise für Menschen in Not sind: Seitlich ausgestreckte Arme, die auf die Wasseroberfläche drücken. Ein nach hinten geneigter oder sich unter Wasser befindlicher Kopf, geschlossene Augen oder eine beschleunigte Atmung. Häufig versuchen Ertrinkende, sich auf den Rücken zu drehen.

Schritt 2: Rettungsdienst rufen

Das Wichtigste bei einem Badeunfall ist, über die Nummer 112 sofort einen Notruf abzusetzen. Versuchen Sie anschließend, dem Ertrinkenden aus dem Wasser zu helfen.

Wenn Sie kein ausgebildeter Retter sind, sollten Sie nicht selbst ins Wasser gehen. Denn häufig reagieren Ertrinkende panisch. Sie schlagen unkontrolliert um sich und klammern sich verzweifelt an jeden Gegenstand – oder Menschen – in Reichweite. Das kann dann auch den Retter in Gefahr bringen. Rufen Sie auf jeden Fall laut um Hilfe, sodass jemand mit Erfahrung die Rettung durchführen kann, denn meist bleiben nur wenige Minuten. An offiziellen Badestränden verständigen sie den Rettungsschwimmer oder Bademeister.

Schritt 3: Raus aus dem Wasser

Die eigene Sicherheit geht immer vor! Wenn möglich, werfen Sie dem Betroffenen einen Rettungsring zu. Gibt es in erreichbarer Nähe keinen Rettungsring, suchen Sie nach einem anderen schwimmfähigen Gegenstand, an dem sich der Ertrinkende festhalten kann. Ein Seil kann helfen, die Person an Land zu ziehen. 

Nicht nur im tiefen, sondern auch im flachen Wasser können Menschen ertrinken, zum Beispiel, wenn sie unterkühlen. Denn dann können die Muskeln verkrampfen – Schwimmen wird unmöglich. Auch ein Herzinfarkt kann die Folge sein. Holen Sie das Unfallopfer sofort aus dem Wasser und beginnen Sie mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Schritt 4: Atmung überprüfen und Herz-Lungen-Massage durchführen

Überprüfen Sie die Atmung, falls das Unfallopfer bewusstlos ist. Atmet die Person normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung. Hat sie einen Atemstillstand, beginnen sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung: Fangen Sie dabei entgegen der Regel mit der zweifachen Beatmung an, danach folgt 30 Mal Druckmassage. Atmet der Betroffene wieder, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

Schritt 5: Aufwärmen

Auch im Sommer ist es wichtig, zu verhindern, dass der Betroffene weiter auskühlt: Ziehen Sie ihm vorsichtig die nasse Kleidung aus. Decken sie ihn anschließend mit Handtüchern oder Decken zu. Noch besser: eine Rettungsdecke aus dem Verbandskasten. Die silberne Seite muss dabei nach innen zeigen.

Badeunfall im seichten Wasser

Ist der Badeunfall beim Sprung in seichtes Wasser oder durch einen Sturz passiert, kann die Wirbelsäule verletzt sein. Spürt die Person ihre Beine nicht mehr, dürfen Sie sie auf keinen Fall bewegen. Versuchen Sie, in diesem Fall beruhigend auf das Unfallopfer einzureden, und warten Sie auf den Rettungsdienst.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.06.2018
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Bayerisches Rotes Kreuz: Baderegeln. Für mehr Sicherheit an unseren Seen (http://www.wasserwacht-online.de/neu-ulm/breitenausbildung/baderegeln.php)
  • Pressemitteilung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG): DLRG-Barometer 2014: 392 Menschen ertrunken
  • www.miamded.de (abgerufen am 19.06.2018).