Badeunfall: So helfen Sie

Der Badesee lockt – ab ins Wasser. Doch wer nicht aufpasst, riskiert einen Badeunfall. Wie andere Badegäste im Notfall richtig reagieren.

Einsamer Wasserball im See © Thinkstock
2014 ertranken in Deutschland 392 Menschen. Einige dieser Todesfälle hätten sich vielleicht vermeiden lassen, wenn andere Badegäste im Notfall richtig reagiert hätten. Wie Sie im Fall des Falles richtig handeln.

Schritt 1: Rettungsdienst rufen

Das Wichtigste bei einem Badeunfall ist, über die Nummer 112 sofort einen Notruf abzusetzen. Versuchen Sie anschließend, dem Ertrinkenden aus dem Wasser zu helfen.

Wenn Sie kein ausgebildeter Retter sind, sollten Sie dabei nicht selbst ins Wasser gehen. Denn häufig reagieren Ertrinkende panisch. Sie schlagen unkontrolliert um sich und  klammern sich verzweifelt an jeden Gegenstand – oder Menschen – in Reichweite. Das kann dann auch den Retter in Gefahr bringen.

Schritt 2: Raus aus dem Wasser

Die eigene Sicherheit geht immer vor! Wenn möglich, werfen Sie dem Betroffenen einen Rettungsring zu. Gibt es in erreichbarer Nähe keinen Rettungsring, suchen Sie nach einem anderen schwimmfähigen Gegenstand, an dem sich der Ertrinkende festhalten kann. Ein Seil kann helfen, die Person an Land zu ziehen.

Nicht nur im tiefen, sondern auch im flachen Wasser können Menschen ertrinken, zum Beispiel, wenn sie unterkühlen. Denn dann können die Muskeln verkrampfen – Schwimmen wird unmöglich. Auch ein Herzinfarkt kann die Folge sein. Holen Sie das Unfallopfer sofort aus dem Wasser und beginnen Sie mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Schritt 3: Atmung überprüfen

Überprüfen Sie die Atmung, falls das Unfallopfer bewusstlos ist. Atmet die Person normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie regelmäßig die Atmung. Hat sie einen Atemstillstand, beginnen sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung: Fangen Sie dabei entgegen der Regel mit der zweifachen Beatmung an, danach folgt 30 Mal Druckmassage. Atmet der Betroffene wieder, bringen Sie  ihn in die stabile Seitenlage.

Schritt 4: Aufwärmen

Auch im Sommer ist es wichtig, zu verhindern, dass der Betroffene weiter auskühlt: Ziehen Sie ihm vorsichtig die nasse Kleidung aus. Decken sie ihn anschließend mit Handtüchern oder Decken zu. Noch besser: eine Rettungsdecke aus dem Verbandskasten. Die silberne Seite muss dabei nach innen zeigen.

Achtung! Vorsicht bei Sprüngen in seichtes Wasser oder Stürzen

Ist der Badeunfall beim Sprung in seichtes Wasser oder durch einen Sturz passiert, kann die Wirbelsäule verletzt sein. Spürt die Person ihre Beine nicht mehr, dürfen Sie sie auf keinen Fall bewegen. Versuchen Sie, in diesem Fall beruhigend auf das Unfallopfer einzureden, und warten Sie auf den Rettungsdienst.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.06.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin
  • Quellen: Bayerisches Rotes Kreuz: Baderegeln. Für mehr Sicherheit an unseren Seen (http://www.wasserwacht-online.de/neu-ulm/breitenausbildung/baderegeln.php)
  • Pressemitteilung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG): DLRG-Barometer 2014: 392 Menschen ertrunken