Ernährung im Urlaub

Im Urlaub möchten viele nicht nur Land und Leute kennenlernen, sondern auch die einheimische Küche. Exotische Gerichte, die es zu Hause nicht gibt, locken oft an jeder Straßenecke – und auch kühle, exotische Getränke gehören für viele zu einem gelungenen Urlaub. Doch hier lauern viele gesundheitliche Gefahren.

Essen im Urlaub © Thinkstock
Der Umgang mit Essen und Getränken entspricht in vielen Ländern nicht dem Hygienestandard, den Sie von zu Hause gewohnt sind. Das kann auch Sterne-Hotels betreffen.

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die gängigen Nahrungsmittel in Ihrem Urlaubsland und deren Zubereitung. Dies gilt insbesondere für Personen, die eine spezielle Diät einhalten müssen.

Hier ein paar Tipps, wie Sie die häufigste Reiseerkrankung, den Durchfall, vermeiden können:
  • „cook it, boil it, peel it or leave it“: Als wichtigste Vorbeugemaßnahme sollten Sie alle ungebratenen, ungekochten und ungeschälten Nahrungsmittel meiden. Generell gilt der Rat: nichts essen, was man nicht kochen oder schälen kann.
  • Nur frisch zubereitete Gerichte: Achten Sie bei gekochten Gerichten darauf, dass sie frisch zubereitet sind. Warmgehaltene Speisen stellen eines der größten Risiken für Lebensmittelinfektionen dar.
  • Nur Schalenfrüchte: Bei Obst sind sogenannte Schalenfrüchte wie Bananen, Kokosnüsse oder Ananas empfehlenswert. Allerdings sollten auch diese Produkte frisch sein. Vorsicht bei Wassermelonen: sie werden häufig durch Einspritzen von Wasser schwerer gemacht – und bei Leitungswasser besteht oft Infektionsgefahr.
  • Keine rohen Lebensmittel: Meiden Sie rohe Lebensmittel. Besonders Fleisch (zum Beispiel in Form von Tartar) oder Fisch kann bakteriell infiziert sein. Frische Milch sollten Sie vor dem Verzehr abkochen.
  • Kein offenes Wasser: Trinken Sie nur Wasser aus industriell hergestellten und verschlossenen Flaschen oder abgekochtes Leitungswasser. Das gilt auch für das Zähneputzen. Normales Leitungswasser birgt in vielen Ländern Infektionsgefahr. Heißer Kaffee oder Tee ist in der Regel risikofrei.
  • Keine Eiswürfel: Hitze verführt oft zum Wunsch nach kalten Getränken. Lassen Sie sich aber nur im Kühlschrank gekühlte Getränke servieren. Auf keinen Fall sollten Eiswürfel im Glas sein, denn diese sind meistens aus nicht abgekochtem Leitungswasser.
  • Kein Speiseeis: Weil Speiseeis häufig nicht ausreichend gekühlt wird, kann es jede Menge Keime enthalten. Deshalb sollten Sie im Urlaub besser auf Speiseeis verzichten, auch wenn es schwer fällt. Generell sollten Sie von offenen Nachspeisen besser Abstand nehmen.
Stichwort Fisch
  • Vergiftungen durch den Verzehr von Meeresfrüchten wie Fisch oder Krustentiere können gefährliche Ausmaße annehmen. Ausgelöst werden diese durch giftbildende Dinoflagellaten (Einzeller) oder Bakterien, die sich in den Meerestieren angereichert haben. Deshalb sollte man nur Fische und andere Meerestiere essen, die vom Fangnetz bis zum Herd konstant gekühlt und anschließend ausreichend lang erhitzt wurden.
  • Besonders gefährlich ist der Verzehr von Riff-Fischen, die die sogenannte Ciguatera-Vergiftung auslösen können. Ihr fallen jährlich etwa 10.000 bis 15.000 Menschen zum Opfer. Typische Symptome sind Brechdurchfall mit Bauchschmerzen, danach können Herzbeschwerden und neurologische Störungen auftreten, die monatelang anhalten können. Charakteristisch ist eine paradoxe Kältewahrnehmung. In Einzelfällen kann die Vergiftung lebensbedrohlich verlaufen.
  • Ein anderes Beispiel ist der Kugelfisch, der in Japan als Spezialität gilt. Das Gift Tetrodotoxin reichert sich besonders in den inneren Organen des Fischs an. Das Muskelfleisch, das in Japan von speziellen Köchen als „Fugu“ zubereitet wird, kann dagegen bedenkenlos verzehrt werden.
  • Da die meisten Gifte weder durch Kochen, Salzen, Braten oder andere Zubereitungsmöglichkeiten sicher zerstört werden können, besteht der einzig wirksame Schutz darin, auf den Verzehr von tropischen Meeresfrüchten ganz zu verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen