Autogenes Training

Das autogene Training wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Johannes Heinrich Schultz, einem Berliner Arzt und Psychotherapeuten, entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Technik, bei der durch die eigene Vorstellungskraft und Konzentration eine intensive Entspannung des Körpers hervorgerufen wird. Schultz selbst sprach auch von der „konzentrativen Selbstentspannung“. Das autogene Training ähnelt zum Beispiel der Meditation, bestimmten Yogaübungen oder der Selbsthypnose.

Wann das autogene Training angewandt wird

Zum Einsatz kommt die Entspannungsmethode zum Beispiel bei folgenden gesundheitlichen Störungen: Autogenes Training kann auch helfen, schwierige Situationen leichter zu bewältigen oder nach einer Stresssituation wieder zu entspannen.

Was das autogene Training bewirkt

Autogenes Training wirkt auf das vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Funktionen wie den Herzschlag, die Verdauung, die Atmung und den Blutdruck steuert. Die Entspannungsmethode soll zum Beispiel Ängste abbauen, die Muskeln lockern, Schmerzen lindern und die Leistungsfähigkeit steigern.

Wie das autogene Training erlernt wird

Es reicht, wenn Sie die sechs Grundübungen des autogenen Trainings beherrschen:
  • die Schwereübung (Entspannung der Muskeln)
  • die Wärmeübung (Durchblutung der Arme und Beine)
  • die Atemübung (Wahrnehmung der Atmung)
  • die Herzübung (Wahrnehmung des Herzschlags)
  • die Sonnengeflechtsübung (Wärmeempfindung im Bauch- und Unterleibsbereich)
  • die Stirnkühleübung (Kühle im Stirnbereich)
Diese Übungen, bei denen man sich in Gedanken bestimmte Formeln wie „Meine Atmung wird ruhig und gleichmäßig“ vorsagt, sollten von einem erfahrenen Therapeuten erlernt werden. So lassen sich Fehler vermeiden, durch die sich die vorhandenen Symptome sogar verschlimmern können. Wichtig ist, die Übungen regelmäßig zu wiederholen und zu trainieren. Umso schneller lässt sich später der Zustand tiefer Entspannung erreichen.

Für wen autogenes Training geeignet ist

Grundsätzlich ist autogenes Training sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet. Ungeeignet ist diese Entspannungsmethode jedoch für Menschen mit einer akuten Psychose, depressiven Psychosen oder Schizophrenie sowie Menschen mit Demenz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.10.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Techniker Krankenkasse: Was ist autogenes Training? (http://www.tk.de/tk/behandeln-a-z/a/autogenes-training/25094)
  • AOK: Autogenes Training (http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-nichtmedikamentoese-und-alternative-therapien-autogenes-training.php)
  • Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren: Autogenes Training (AT) (http://www.dg-e.de)