Zusatzstoffe – Viele Nummern, kein Durchblick?

Der ratlose Blick auf das Lebensmitteletikett ist keine Seltenheit: Die Angabe der Inhaltsstoffe ist oft schwer verständlich. Vor allem E-Nummern gelten als schädlich. Manche sind es auch – doch hinter vielen verbergen sich auch natürliche Stoffe.

Vergleich Inhaltsstoffe © iStock
Nach Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz müssen alle Lebensmittel – mit Ausnahme lose verkaufter Ware – bestimmte Kennzeichen als Qualitätsnachweis auf den Verpackungen besitzen. Dieses sogenannte Lebensmittelkennzeichnungsrecht ist auf EU-Ebene bereits weitgehend harmonisiert.
Folgende Angaben kennzeichnen eine Lebensmittelgrundkennzeichnung:
  • Verkehrsbezeichnung: Hier wird definiert, um was für ein Produkt es sich handelt.
  • Herstellerangabe: Hier müssen der Name oder die Firma und die Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers angegeben sein.
  • Zutatenverzeichnis: Dies umfasst alle Stoffe, einschließlich der Zusatzstoffe, in gewichtanteiliger, absteigender Reihenfolge, die bei der Herstellung eines Lebensmittels verwendet wurden und im Enderzeugnis vorhanden sind.
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: Das Datum, bis zu dem das Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält. Es ist kein Verfallsdatum. Auch eine gewisse Zeit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kann das Lebensmittel durchaus noch in Ordnung sein und verzehrt werden.
  • Alkoholgehalt: Bei Getränken, die einen Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent aufweisen.
  • Verbrauchsdatum und Aufbewahrung: Bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen könnten, wie z.B. Hackfleisch, müssen anstelle des Mindesthaltbarkeitsdatums das Verbrauchsdatum sowie die einzuhaltenden Aufbewahrungsbedingungen angegeben sein. Diese Lebensmittel dürfen nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr verkauft und sollten auch nicht mehr verzehrt werden.

Stichwort Lebensmittelallergie

Die meisten Lebensmittelallergien (etwa 90 %) sind auf zwölf Lebensmittel(-zutaten) zurückzuführen. Diese Produkte müssen nach EU-Richtlinie immer aufs Etikett, auch bei nur kleinsten Mengen – es gibt keine Ausnahmen. Dies gilt nicht nur für den allergenen Rohstoff selbst, sondern auch für alles was daraus hergestellt wurde.

Hierzu gehören
  • glutenhaltiges Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybridstämme davon)
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Soja
  • Milch (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnuss, Walnuss, Kaschunuss, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamianuss, Queenslandnuss)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfite (ab 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter)
  • Lupinen
  • Weichtiere

Allerdings werden einige dieser Produkte durch industrielle Verarbeitungsprozesse so stark verändert, dass sie ihr allergenes Potenzial verlieren.

Die sogenannten E-Nummern

Sämtliche Lebensmittelzusatzstoffe werden nach ihrer Zulassung mit einer so genannten E-Nummer versehen. Diese findet sich dann auf der Packung wieder. Wir haben für Sie die wichtigsten Zusatzstoffe und deren Erklärungen zusammengestellt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Bundesministerium für Verbraucherschutz, 2005
  • Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.
  • Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ)
  • Verbraucherzentrale Hamburg e.V.: Was bedeuten die E-Nummern? 62. Aufl., Nov. 2003